RE3 und RE1: Bahnchaos in Berlin-Brandenburg - Schwedt verliert Direktzug nach Berlin
Bahnchaos: Schwedt verliert Direktzug, Stadtbahn gesperrt

RE3 und RE1: Neues Chaos im Bahnverkehr zwischen Berlin und Brandenburg

Potsdam, Berlin, Schwedt • Für Pendler in Berlin und Brandenburg bahnt sich erneut erhebliches Verkehrschaos an. Während nur Prenzlau von den Veränderungen profitiert, müssen sich Reisende auf massive Einschränkungen einstellen.

Schwedt verliert Direktverbindung nach Berlin

Wer ab dem 13. Dezember 2026 von Schwedt nach Berlin reisen möchte, wird umsteigen müssen. Die größte Stadt der Uckermark verliert ihren direkten Bahnanschluss zur Hauptstadt. Sämtliche Züge der Linie RE3 werden dann stündlich über Prenzlau direkt nach Stralsund fahren. Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach (SPD) bestätigte diese Pläne am Mittwoch gegenüber unserer Redaktion.

Berliner Stadtbahn wird für Monate gesperrt

Parallel dazu kündigte die Deutsche Bahn an, dass ab dem 14. Juni die Berliner Stadtbahn für den Zugverkehr gesperrt wird. Diese wichtige Ost-West-Strecke zwischen den Bahnhöfen Charlottenburg und Ostbahnhof bleibt für mehrere Monate unpassierbar. Die Auswirkungen sind weitreichend:

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  • Züge von Hamburg über Mecklenburg und die Prignitz nach Berlin werden nur noch alle zwei Stunden verkehren
  • Der wichtige Umsteigebahnhof Berlin-Spandau entfällt für ein halbes Jahr komplett
  • Intercity-Züge von Rostock nach Dresden werden über das Berliner Ostkreuz umgeleitet

Da die Züge aus Hamburg und Vorpommern im Tiefgeschoss des Berliner Hauptbahnhofs ankommen, halten sich die Auswirkungen für Pendler aus dem Nordosten zwar in Grenzen, dennoch bedeutet dies erhebliche Umstände.

RE1 bereits durch Bauarbeiten beeinträchtigt

Von den Bauarbeiten ist auch der stark frequentierte Regionalexpress RE1 betroffen, der von Magdeburg und Brandenburg an der Havel über Potsdam und Berlin nach Frankfurt an der Oder verkehrt. Verkehrsminister Crumbach forderte die Deutsche Bahn nachdrücklich auf, die Arbeiten im avisierten Zeitplan zu halten: „Es darf keine Verzögerung geben, schon gar nicht dürfen solche in einer Art Salamitaktik bekannt gegeben werden.“

Crumbach zeigte sich hingegen positiv über die Veränderungen in der Uckermark gestimmt: „Prenzlau erhält einen stündlichen Anschluss in Richtung Stralsund und Ostseeküste, zugleich bleiben die Verbindungen nach Angermünde und Berlin gut erreichbar.“ Auch aus Jüterbog und Lutherstadt Wittenberg bestehen künftig stündliche, durchgehende Reisemöglichkeiten nach Berlin und weiter in den Norden.

Kritik von der Opposition

Die CDU-Verkehrspolitikerin Nicole Walter-Mundt übte scharfe Kritik an den geplanten Maßnahmen: „Für viele Berufspendlerinnen und Pendler aus Brandenburg, die täglich nach Berlin einpendeln, bedeuten die angekündigten Bauarbeiten vor allem eines: zusätzliche Belastung im Alltag.“ Längere Fahrzeiten, mehr Umstiege und eine höhere Störanfälligkeit der Verbindungen träfen genau diejenigen, die ohnehin schon erheblichen Zeitaufwand betreiben.

Walter-Mundt betonte: „Bei allem Verständnis für notwendige Investitionen in die Infrastruktur muss klar sein: Pendler brauchen vor allem Verlässlichkeit.“ Nur wenn Verbindungen stabil, planbar und möglichst direkt seien, werde der öffentliche Nahverkehr als echte Alternative zum Auto wahrgenommen. Ein zukunftsfähiges Schienennetz müsse auch im Alltag funktionieren.

Für Schwedt bedeutet die Umstellung zwar einen zusätzlichen Umstieg in Angermünde, jedoch bleibe die Anbindung an Berlin laut Minister Crumbach aufgrund der gleichbleibenden Taktung nicht schlechter. Dennoch steht fest: Die kommenden Monate werden für Brandenburger Pendler herausfordernd.

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