Bahnstrecke Hamburg-Berlin: Neue Verzögerungen bei Generalsanierung im März
Für Tausende Pendler und Reisende zwischen Hamburg und Berlin bleibt die Situation weiterhin ungewiss. Die Deutsche Bahn hat angekündigt, erst am 13. März 2026 einen aktualisierten Zeitplan für die laufende Generalsanierung der wichtigen Schienenverbindung vorzulegen. Der ursprünglich für Ende April 2026 geplante Fertigstellungstermin wurde aufgrund der extremen Winterbedingungen gestrichen und zunächst auf unbestimmte Zeit verschoben.
Wintereinbruch behindert Baufortschritt erheblich
Seit etwa sechs Wochen liegen die Arbeiten auf der 280 Kilometer langen Strecke deutlich im Verzug. Nach Angaben der Bahn machten Frost und Schnee vor allem die Kabeltiefbauarbeiten für die modernen Signal- und Stellwerksanlagen nahezu unmöglich. Auch die notwendigen Arbeiten an den Oberleitungen gestalteten sich aufgrund der anhaltenden Kälte äußerst schwierig.
„Gemeinsam mit unseren Baupartnern setzen wir in den nächsten Wochen alles daran, den Rückstand so gut wie möglich aufzuholen“, teilte ein Bahnsprecher mit. Die zunächst veranschlagte Bauzeit von neun Monaten reicht nun nicht mehr aus. Die Strecke ist seit Anfang August 2025 für die umfassende Sanierung vollständig gesperrt.
Kritik von Kundenseite und Konkurrenz
Die Verzögerungen stoßen auf deutliche Kritik. Das Netzwerk Europäischer Eisenbahnen, das Güterzug-Konkurrenten der Deutschen Bahn vertritt, äußerte sich scharf: „Ein einziges Trauerspiel, das sich nicht mit Winter im Winter erklären lässt.“ Die Organisation fordert eine grundlegende Überprüfung der Planung von Streckensanierungen bei der Bahn insgesamt.
Einschränkungen für täglich 30.000 Fahrgäste
Die Bahnstrecke Hamburg-Berlin ist eine der wichtigsten Pendlerverbindungen Deutschlands und führt durch fünf Bundesländer. Täglich nutzen rund 30.000 Fahrgäste allein den Fernverkehr auf dieser Strecke, insgesamt sind es etwa 470 Züge pro Tag. Die aktuellen Einschränkungen belasten viele Reisende erheblich:
- Der Fernverkehr wird über Stendal und Uelzen umgeleitet und benötigt mindestens 45 Minuten länger als gewöhnlich.
- Statt zwei Verbindungen pro Stunde gibt es während der Sanierung nur noch eine einzige.
- Die Halte in Ludwigslust und Wittenberge entfallen komplett.
- Im Regionalverkehr fallen viele Verbindungen aus oder Züge fahren nur auf Teilstrecken.
Für betroffene Pendler wurde ein umfangreiches Ersatzverkehrskonzept mit Bussen eingerichtet, das jedoch die verlängerten Reisezeiten nicht vollständig kompensieren kann. Die Bahn bittet um Verständnis für die andauernden Unannehmlichkeiten und verspricht, alle Anstrengungen zu unternehmen, um die Sanierung so schnell wie möglich abzuschließen.



