Brandenburg ebnet Weg für Smart Stores: Einkaufen rund um die Uhr bald Realität?
Brandenburg: Smart Stores für Einkaufen rund um die Uhr

Brandenburg plant automatisierte Supermärkte für rund um die Uhr Einkaufen

In Brandenburg könnte das Einkaufen bald an jedem Tag des Jahres möglich sein. Die Landesregierung arbeitet an einer Änderung des Ladenöffnungsgesetzes, um sogenannte Smart Stores zu ermöglichen. Diese vollautomatisierten Supermärkte sollen vor allem in ländlichen Regionen die Versorgung absichern und weitgehend ohne Personal funktionieren.

Gesetzesänderung ebnet den Weg für Smart Stores

Die SPD/CDU-Regierung in Brandenburg hat eine Änderung des Ladenöffnungsgesetzes beschlossen, die es Gemeinden erlaubt, automatisierte Supermärkte zuzulassen. Der Landtag berät noch über den Vorschlag, der ab Sommer Ladenöffnungen an Sonntagen ermöglichen soll. Die Märkte dürfen nicht größer als 250 Quadratmeter sein, um großflächige Einzelhandelsstrukturen zu vermeiden.

Wie funktioniert das Einkaufen in Smart Stores?

Kunden erhalten mit einer personalisierten Karte, wie einer EC-Karte, Zutritt zu den Märkten. Dort können Lebensmittel und Hygiene-Artikel eingekauft werden. Sensoren oder Scans erfassen die Produkte, und die Bezahlung erfolgt automatisch an einem Schalter oder durch direkte Abbuchung. Dies ermöglicht ein schnelles und effizientes Einkaufserlebnis.

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Interessenten und potenzielle Standorte

Laut Jens Graf vom Städte- und Gemeindebund haben sich bereits Interessenten bei Gemeinden gemeldet. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) bestätigt die Nachfrage auf beiden Seiten. Der Anbieter Tante Enso, einer der größten Smart Store-Unternehmen in Deutschland, zeigt Interesse an Standorten in Brandenburg, insbesondere in Orten mit 1.000 bis 3.000 Einwohnern und ohne Nahversorgung im Umkreis von fünf Kilometern.

Versorgungssicherung in ländlichen Regionen

Die IHK betont, dass die Smart Stores eine überfällige Anpassung an neue Handelsformen darstellen und reale Versorgungsprobleme in Kommunen lösen können. Sie erwartet Ansiedlungen in Dörfern ohne Supermarkt, an Pendlerstandorten und in touristischen Regionen. Jens Graf vom Städte- und Gemeindebund verweist auf zahlreiche Anfragen aus Gemeinden, die auf diese Lösung warten.

Kritik von der Gewerkschaft Verdi

Die Gewerkschaft Verdi äußert Bedenken zum Sonntagsschutz. Sie befürchtet, dass die Gesetzesänderung diesen aufweicht und argumentiert, dass Verbraucher am Sonntag auf Einkaufsmöglichkeiten verzichten können. Zudem benötigen auch automatisierte Märkte Personal für Reinigung und Warenauffüllung. Verdi betont: „Sonntagsschutz ist der beste Burn-out-Schutz.“

Sicherheit und Vandalismus in Smart Stores

Laut Tante Enso gibt es in ihren Smart Stores selten Probleme mit Vandalismus, und die Diebstahlquote ist vergleichbar mit herkömmlichen Supermärkten. Kameraüberwachung und Identifikation beim Zutritt sorgen für eine gute Kontrolle und Sicherheit.

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