Mit dem Abriss der Rennbahnalleebrücke in Rostock ab Oktober wird nicht nur die Straßenbahnverbindung zwischen dem Zoo und dem Neuen Friedhof gekappt, sondern auch der Durchgang, der den historischen mit dem neuen Zooteil verbindet, blockiert. Der Zoo wird quasi in der Mitte durchgeschnitten. „Wir machen uns gerade Gedanken, wie wir die Besucherführung gestalten“, sagt Romy Endlicher, Marketingleiterin des Rostocker Zoos.
Besucherverkehr in der Wintersaison beeinträchtigt
Mit knapp einer halben Million Besucher ist der Zoo der größte und beliebteste Tierpark in Mecklenburg-Vorpommern. Doch in der nächsten Wintersaison kommen Einschränkungen auf die Besucher zu. Konkret: Vom 12. November 2026 bis zum 11. Februar 2027 wird es wegen Abriss und beginnendem Neubau der Rennbahnbrücke insgesamt 18 Sperrtage geben. „An diesen Tagen ist kein Besucherverkehr an dieser Durchgangsstelle möglich“, so Romy Endlicher. Außer Versorgungsfahrzeugen des Zoos, zum Beispiel für Futterlieferungen von einem in den anderen Zooteil, kommt keiner durch.
„Da diese 18 Sperrtage nicht zusammenhängend sind und sich bei Bauarbeiten auch immer kurzfristig etwas ändern kann, überlegen wir, ob wir den Durchgang für die drei Monate komplett sperren“, so Romy Endlicher. „Damit die Besucher, vor allem auch die Touristen, Klarheit haben“, ergänzt sie. So müssten die Zoobesucher sich nicht täglich im Internet informieren, ob der Durchgang offen oder geschlossen ist. Während der dreimonatigen Sperrung denkt die Zooleitung zudem über eine separate Vermarktung beider Zooteile nach.
Separate Vermarktung beider Zooteile geplant
Besucher könnten also entweder den neuen Zooteil mit dem Darwineum über den Eingang Barnstorfer Ring oder den historischen Zooteil mit dem Polarium über den Eingang Trotzenburg besuchen. „Wir lassen den Leuten somit die Wahl, welchen Zooteil sie besuchen wollen und stellen ganz klar heraus, welche Tiere und andere Attraktionen es in welchem Teil zu erleben gibt“, schildert Romy Endlicher die Planungen. Selbstverständlich könnten die Gäste auch weiterhin beide Zooteile besuchen, müssten dann allerdings außen herum vom Eingang Barnstorfer Ring zum Eingang bei der Trotzenburg und dabei die Rennbahnallee überqueren.
Mit diesen Planungen versucht sich die Zooleitung auf die kommende Extremsituation vorzubereiten. Sämtliche Überlegungen seien allerdings noch abhängig von einer Entscheidung des Zoo-Aufsichtsrates sowie des Hauptgesellschafters, also der Stadt, erläutert Romy Endlicher. Nach dem 11. Februar 2027 sind von der Baufirma nur noch sieben Sperrtage bis zum voraussichtlichen Ende der Brückenarbeiten im Dezember 2027 angekündigt. Darauf wolle der Zoo flexibel reagieren. In der Sommersaison sei der Durchgang also gesichert. „Das ist jedenfalls der Stand heute“, so Romy Endlicher, die die kommenden Einschränkungen als große Herausforderung für den Zoo bezeichnet.
Verkehrsangebot der RSAG mit Beginn der Brückenarbeiten
Mit Beginn der Bauarbeiten an der Brücke Rennbahnallee ab Oktober/November wird der Straßenbahnbetrieb auf dem rund 700 Meter langen Abschnitt zwischen Zoo und Neuem Friedhof eingestellt. Die Straßenbahnhaltestelle Neuer Friedhof kann nicht mehr mit der Straßenbahn erreicht werden, informiert die Rostocker Straßenbahn AG (RSAG). Der Neubau der Rennbahnbrücke soll bis voraussichtlich Dezember 2027 andauern.
Während der Bauarbeiten wird die Erreichbarkeit des Neuen Friedhofs durch einen Ersatzverkehr mit Bus sichergestellt, heißt es weiter. In dieser Zeit fährt die Buslinie 29, tagsüber verstärkt im 20-Minuten-Takt, von Wüsteney über den Neuen Friedhof, Campus Südstadt, S-Parkstraße, Ostseestadion bis zum Zoo. Ergänzt wird das Angebot der Linie 29 durch die Linie 102 von Rebus. Der Zoo bleibt während der Bauarbeiten weiterhin auch mit der Straßenbahn erreichbar: Die Straßenbahnen der Linie 6 werden zu den Öffnungszeiten des Zoos durchgehend zwischen Campus Südstadt und Zoo verkehren – zwischen Platz der Jugend und dem Zoo in Rückwärtsfahrt.



