Die Lust auf ein Eis kommt oft plötzlich – ob bei der Fahrradtour, nach dem Tischtennis oder einfach auf der Couch. In ländlichen Regionen ist die nächste Eisdiele jedoch nicht immer in der Nähe. Die Bewohner von Thandorf im Landkreis Nordwestmecklenburg haben nun Abhilfe geschaffen: Seit Kurzem steht am Dorfteich ein Eisautomat, der rund um die Uhr 29 verschiedene Eissorten bereithält.
Familienbetrieb mit zweitem Eis-Schrank
Der Eisautomat stammt von der Familie Hirsch aus Gadebusch, die bereits an ihrer Produktionsstätte in der Industriestraße einen solchen Automaten betreibt. Dort ist das Eis ebenfalls rund um die Uhr verfügbar – auch außerhalb der Öffnungszeiten des Eiscafés in der Innenstadt. Der neue Standort in Thandorf ist der zweite dieser Art.
Dorfgemeinschaft ergreift Initiative
Bislang war der Weg zum Eis der Familie Hirsch für die Thandorfer mit rund 25 Kilometern recht weit. Die Dorfgemeinschaft wandte sich daher an Björn Hirsch und fragte, ob ein Automat auch in Thandorf möglich sei. „Die Dorfgemeinschaft ist auf uns zugekommen“, berichtet Hirsch. Gemeinsam mit der Gemeinde wurde der Platz am Dorfteich als Standort ausgewählt. Bürgermeister Wolfgang Reetz sorgte für die nötige Infrastruktur: „Wir haben hier für den Kiosk Wasser heruntergelegt und in einem Zug dann auch den Strom für den Eis-Schrank und die Leerrohre für das Internet.“
29 Sorten und ein Mix aus Beliebtem und Nischen
Am Donnerstag wurde der Automat von Gadebusch nach Thandorf transportiert. „Wir versuchen immer einen guten Mix hinzubekommen und variieren ein bisschen“, erklärt Björn Hirsch. Die Erfahrung zeigt, dass die Nachfrage schwer vorherzusagen ist: „An dem einen Tag ist zum Beispiel Pistazie leer, dann fehlt die kommenden drei Tage von dieser Sorte wieder nichts.“ Besonders beliebt seien Cookies und Marzipan-Sorten wie Marzipan-Schoko-Kirsch oder Marzipan-Mohn. Walnuss sei eher eine Nischensorte, habe aber ihre Liebhaber.
Zukunftsperspektiven
Die Familie Hirsch ist offen für weitere Standorte. „Wenn jemand auf uns zukommt, dann hören wir uns das gerne an und schauen uns den Standort an“, sagt Hirsch. Die Thandorfer haben bereits profitiert: Sie können nun täglich ihre süße Errungenschaft genießen – ganz ohne lange Anfahrtswege.



