Brandenburgs Heidelbeer-Rekord 2025: Verband warnt vor Spätfrostgefahr für neue Saison
Im Sommer werden wieder die ersten Heidelbeeren von den Sträuchern gepflückt. Das blaue Obst kann meist bis September geerntet werden. Trotz einer beeindruckenden Rekordernte im vergangenen Jahr in Brandenburg bleibt der Gartenbauverband mit einer Prognose für die diesjährige Beerensaison ausgesprochen vorsichtig. Die Betriebe wissen aus bitterer Erfahrung: Spätfröste können zu erheblichen Ertragseinbußen führen und die gesamte Ernte gefährden.
Vorsicht trotz Rekordergebnis
Der Präsident des Gartenbauverbandes Berlin-Brandenburg, Klaus Henschel, zeigte sich nicht überrascht von den herausragenden Ernteergebnissen des Jahres 2025. „Im Jahr davor gab es hohe Frostschäden und viele Betriebe haben nur mit staatlicher Hilfe überlebt“, erklärte Henschel auf Anfrage. Generell sei ein guter Ertrag dann zu erzielen, wenn verschiedene kritische Kriterien perfekt zusammenstimmen würden: ausreichend Sonne für genügend Photosynthese, richtige Bewässerung der Pflanzen und kein Pech mit Schädlingen. Deshalb lasse sich eine erfolgreiche Ernte auch nicht einfach vorhersagen. Besonders der anstehende Spätfrost sei gefährlich für die empfindlichen Blüten der Obstpflanzen.
Rekordergebnis bei Ertrag 2025
Kulturheidelbeeren wurden 2025 auf insgesamt 405 Hektar in Brandenburg angebaut - das sind 20 Hektar weniger als im Vorjahr, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg in dieser Woche mitteilte. Dennoch wurde mit einer beeindruckenden Erntemenge von 2.955 Tonnen und einem Hektarertrag von 7,29 Tonnen ein absolutes Rekordergebnis für das Bundesland erzielt. Einen ähnlich hohen Ertrag gab es zuletzt im Jahr 2014.
Rund 10 Prozent der Heidelbeeren wurden laut Behördenangaben im ökologischen Anbau produziert. Nach Niedersachsen gehört Brandenburg zu den bedeutendsten Produzenten dieser beliebten Strauchbeerenart in Deutschland. Allerdings gibt es auch starke Importe aus dem Ausland, die den Markt zusätzlich beeinflussen.
Herausforderungen für die Betriebe
Viele Obst-Betriebe leiden nach Darstellung von Verbandspräsident Henschel unter der aktuellen Anhebung des Mindestlohns, zumal der Verkaufspreis der blauen Beeren im Einzelhandel nicht entsprechend steige. Deshalb setzten immer mehr Betriebe auf das Selbstpflücken, weil sie sich so erhebliche Personalkosten sparen könnten. Doch für eine erfolgreiche Selbsternte vom Feld brauche man „einen langen Atem“, so Henschel. Das Konzept müsse sich bei den Kunden erst herumsprechen, und vor allem müssten die Beeren ausgezeichnet schmecken, um die Selbstpflücker anzulocken.
Seit Januar 2026 gilt ein Mindestlohn von 13,90 Euro brutto pro Stunde. Anfang 2027 soll der Mindestlohn weiter auf 14,60 Euro steigen, was die wirtschaftliche Situation für viele Betriebe zusätzlich verschärfen wird. Die Kombination aus klimatischen Risiken und steigenden Lohnkosten stellt die Heidelbeer-Produzenten in Brandenburg vor erhebliche Herausforderungen, trotz der jüngsten Rekordernte.



