Kirchen in Berlin und Brandenburg senden Segenswünsche zum Ramadan an Muslime
Die evangelische und die katholische Kirche in Berlin und Brandenburg haben den muslimischen Gemeinden und Einrichtungen in der Region ihre herzlichen Segenswünsche zum bevorstehenden Fastenmonat Ramadan übermittelt. Dieser interreligiöse Austausch findet in einer Zeit statt, in der der Beginn des Ramadan mit der christlichen Fastenzeit zusammenfällt – eine symbolträchtige Koinzidenz, die die spirituelle Verbundenheit zwischen den Religionen unterstreicht.
Gemeinsame Werte und Solidarität in Krisenzeiten
In einem gemeinsamen Schreiben betonten der katholische Erzbischof von Berlin, Heiner Koch, und der evangelische Landesbischof Christian Stäblein die Bedeutung von Friedfertigkeit, Gerechtigkeit, Solidarität und gegenseitiger Verantwortung. „Dies sei ein Grund, sich auf das zu besinnen, was Christen und Muslime miteinander verbinde“, heißt es in der Botschaft. Die Kirchenführer verwiesen dabei ausdrücklich auf die aktuellen Krisen im Nahen Osten und im Iran, wo viele Menschen unermessliches Leid erfahren.
Die Bischöfe drückten ihr tiefes Mitgefühl aus: „Viele von Ihnen haben persönliche Beziehungen in diese Region. Wir möchten Ihnen unsere Anteilnahme und unser Mitgefühl ausdrücken.“ Diese Worte unterstreichen die humanitäre Dimension des interreligiösen Dialogs, der über rein theologische Diskussionen hinausgeht und konkrete Solidarität in schwierigen Zeiten zeigt.
Spirituelle Verbundenheit und gemeinsame Hoffnung
Die Botschaft der Kirchen endet mit einem starken Appell an die gemeinsame spirituelle Basis: „Als Christinnen und Christen, Musliminnen und Muslime ist unsere gemeinsame Hoffnung Gott, der an der Seite aller Opfer steht.“ Diese Formulierung verdeutlicht, wie religiöse Traditionen trotz unterschiedlicher Rituale und Glaubenspraktiken im Kern ähnliche ethische Grundsätze und eine gemeinsame Ausrichtung auf das Göttliche teilen.
Die Segenswünsche zum Ramadan stellen somit nicht nur eine freundliche Geste dar, sondern sind ein bewusster Akt der Brückenbildung in einer zunehmend polarisierten Welt. Sie zeigen, wie religiöse Institutionen aktiv zur gesellschaftlichen Kohäsion beitragen können, indem sie Unterschiede respektieren und gleichzeitig verbindende Elemente hervorheben.



