Vier Kandidaten im Rennen um Landratsposten in Elbe-Elster: Wahlkampf mit unterschiedlichen Visionen
Landratswahl Elbe-Elster: Vier Kandidaten im Rennen

Vier Kandidaten im Rennen um Landratsposten in Elbe-Elster: Wahlkampf mit unterschiedlichen Visionen

Nach dem Wahlgang im Landkreis Oberspreewald-Lausitz steht in Brandenburg die nächste wichtige Kommunalwahl an. Am Sonntag, ab 8.00 Uhr, sind rund 85.000 Wahlberechtigte im Landkreis Elbe-Elster aufgerufen, ihren neuen Landrat zu bestimmen. Vier Kandidaten bewerben sich bei dieser zweiten Brandenburger Landratswahl in diesem Jahr, jeder mit einem eigenen politischen Programm und unterschiedlichen Visionen für die Zukunft des Landkreises.

Amtsinhaber Jaschinski tritt für dritte Amtszeit an

Der CDU-Politiker Christian Jaschinski aus Finsterwalde bewirbt sich erneut als Landrat und strebt damit seine dritte Amtszeit an. Der 58-Jährige steht bereits seit 2010 an der Spitze des Landkreises und setzt im Wahlkampf vor allem auf das Thema Stabilität. Ein zentrales Anliegen seines Wahlprogramms ist der Neubau eines zentralen Klinikums, während die bestehenden Kliniken in Finsterwalde, Herzberg (Elster) und Elsterwerda zu Gesundheitszentren umgewandelt werden sollen. Interessant ist, dass die Staatsanwaltschaft Cottbus im vergangenen Jahr Ermittlungen wegen Untreue gegen Jaschinski einstellte und diese als haltlos bezeichnete.

AfD-Kandidat Kleinwächter könnte Geschichte schreiben

Für die AfD geht der frühere Bundestagsabgeordnete Norbert Kleinwächter ins Rennen. Der 39-Jährige aus Falkenberg/Elster könnte bei einem Wahlsieg Geschichte schreiben, denn er wäre der erste AfD-Landrat in Brandenburg. Sein Wahlprogramm konzentriert sich auf wirtschaftliche Themen: Er fordert schnellere Genehmigungsverfahren für Betriebe und Gebäude sowie den Ausbau von Straßen und Bahnverbindungen. Im Gegensatz zum Amtsinhaber lehnt Kleinwächter ein Zentralklinikum ab und will stattdessen die bestehenden Krankenhäuser stärken und erhalten.

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Linke-Grüne-Listenvereinigung setzt auf Nürbchen

Christian Nürbchen kandidiert für die Listenvereinigung Die Linke-Grüne/B90. Der 41-jährige Gewerkschafter aus Falkenberg/Elster setzt in seinem Wahlprogramm besonders auf soziale und jugendpolitische Themen. Er will das Ehrenamt stärker fördern, neue Jugendclubs einrichten und Unternehmensgründungen forcieren. Damit positioniert er sich als Kandidat, der besonders die Belange der jüngeren Generation und der lokalen Wirtschaft im Blick hat.

Parteiloser Schmidt wirbt für finanzielle Stabilität

Marcel Schmidt aus Elsterwerda tritt als parteiloser Einzelkandidat an. Der 36-Jährige konzentriert sich in seinem Wahlprogramm auf finanzpolitische Themen und wirbt für stabile Finanzen sowie die Förderung der regionalen Wirtschaft. Bei der kontrovers diskutierten Frage nach einem Zentralklinikum mahnt Schmidt zur Vorsicht und drängt darauf, die bestehenden Standorte nicht aus dem Blick zu verlieren.

Wahlverfahren mit besonderen Hürden

Das Wahlverfahren für die Landratswahl in Brandenburg stellt besondere Anforderungen an die Kandidaten. Gewählt ist der Bewerber, der im ersten Wahlgang mehr als die Hälfte der abgegebenen gültigen Stimmen erhalten hat. Diese Mehrheit muss jedoch zusätzlich mehr als 15 Prozent der Wahlberechtigten umfassen. Diese Regelung soll sicherstellen, dass der Gewählte über eine breite Legitimation verfügt und nicht nur von einer kleinen Gruppe von Wählern bestimmt wird.

Die Wahl am Sonntag wird zeigen, welche Vision für die Zukunft des Landkreises Elbe-Elster bei den Bürgern auf die größte Zustimmung stößt. Besonders spannend wird sein, ob es dem AfD-Kandidaten Kleinwächter gelingt, als erster Vertreter seiner Partei das Amt des Landrats in Brandenburg zu erringen oder ob Amtsinhaber Jaschinski seine politische Karriere fortsetzen kann.

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