Massiver Protest gegen Schließung der Eberswalder Wurstfabrik in Britz
In Britz bei Eberswalde haben mehrere hundert Menschen lautstark gegen die geplante Schließung der traditionsreichen Wurstfabrik protestiert. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) lud zu einer symbolischen „Trauerfeier“ für die EWN Wurstspezialitäten ein, um auf den Verlust von rund 500 Arbeitsplätzen aufmerksam zu machen.
Emotionale Demonstration mit politischer Unterstützung
Die Demonstranten zeigten auf Transparenten ihre Wut und Enttäuschung. Sprüche wie „Kapitalismus pur. Profite um jeden Preis“ oder „War immer richtig gut, die Wurst“ machten die Stimmung deutlich. Die NGG kritisierte scharf, dass über 500 Menschen „auf die Straße gesetzt“ würden und eine jahrzehntelange ostdeutsche Tradition sang- und klanglos abgewickelt werde.
Unter den Teilnehmern befand sich auch Brandenburgs Landwirtschaftsministerin Hanka Mittelstädt (SPD). Sie kündigte an, gemeinsam mit Wirtschaftsminister Daniel Keller (ebenfalls SPD) darauf hinzuarbeiten, Neuansiedlungen in der Region zu fördern. Nach ihren Angaben hatte die Landesregierung bereits vergebliche Gespräche mit den Eigentümern über mögliche Unterstützungsmaßnahmen geführt.
Hintergründe und wirtschaftliche Perspektiven
Die Wurstfabrik, die für die bekannte Marke „Eberswalder“ steht, soll nach Angaben des Herstellers künftig in Chemnitz, Suhl und Zerbst produziert werden. Das Werk in Britz gehört seit 2023 zur Zur-Mühlen-Gruppe, hinter der der große Fleischproduzent Tönnies aus Nordrhein-Westfalen steht. Das Unternehmen begründete die Schließung damit, dass es „keine realistische wirtschaftliche Perspektive“ mehr gebe.
Die geplante Schließung ist für Ende Februar vorgesehen und betrifft nicht nur die direkten Beschäftigten, sondern auch die regionale Wirtschaft und Identität. Die Proteste unterstreichen die tiefe Betroffenheit der Bevölkerung und die Sorge um die Zukunft des Standortes.



