Dem Rat einer weisen alten Frau folgend, frischt die Autorin gerade Rituale auf. Diese können inhaltlich weit voneinander abweichen, schwanken zwischen Fast-Food-Freitag und Frühsport an jedem Wochentag. Ja, lachen Sie ruhig oder schütteln den Kopf. Die Gedanken sind lesbar: „Toll, was sie sich an vier Tagen abgerannt hat, futtert sie sich am Wochenende wieder rauf.“ So gesehen, ist auch das ein Ritual.
Frühsport als Morgenritual
Momentan steht der Frühsport hoch im Kurs. Kennen Sie dieses Gefühl, dass einem alles um einen herum nur einem Menschen auf dieser noch ruhenden Welt gehört? Da sind die dösenden Möwen, die Weite des Meeres, der Zauber des Küstenwaldes, ebenso wie der noch vernebelte Blick zum Seeadlerhorst an der Peene oder auf die Biberspuren am Fluss. Doch je früher der Tag das Licht der Welt erblickt, umso unwahrscheinlicher wird es, tatsächlich ganz allein unterwegs zu sein.
Begegnungen am Strand
Schau mal an, dachte die Autorin jüngst bei der morgendlichen Tour, da sind doch reichlich mehr Menschen, die Rituale pflegen: Zwei Frauen stießen hinter einem Strandkorb mit einem Piccolo an. Nur wenige Schritte von ihnen entfernt schlenderte ein Herr in die noch recht kalte Ostsee und siehe da, bereits zum wiederholten Male begegnete sie einer Frau, die mit kleinen Gewichten in der Hand ganz offensichtlich regelmäßig ihrer morgendlichen Routine folgte.
Aus einem bestimmten Grund rührte die Summe der Beobachtungen einschließlich der Erkenntnis, dass man dem Rat der Alten folgen sollte: Rituale sind etwas Schönes und einfach zu haben. Sie zu starten, kostet allerhöchstens etwas Überwindung. Ein Spaziergang am Meer lohnt sich immer, zu jeder Tageszeit. Nicht selten kommt es zu unverhofften Begegnungen, zu Beobachtungen, auf jeden Fall zu erholsamen Momenten.



