Urzeit-Giganten in MV: Wisente auf dem Damerower Werder beobachten
Urzeit-Giganten in MV: Wisente beobachten

Wer früh aufsteht, wird belohnt: Grasende Wisente auf dem Damerower Werder sind ein beeindruckendes Schauspiel. Die urzeitlichen Giganten, die zu den Wildrindern zählen, waren 1957 fast ausgerottet. Nur knapp 300 Tiere existierten noch. Am Kölpinsee, mitten in der Mecklenburgischen Seenplatte, fand man den idealen Ort für ihre Rettung. Auf der menschenleeren Halbinsel Damerower Werder, umgeben vom Kölpinsee und Jabelschen See, wurde die Wisentzucht aufgebaut.

Eine Idee von Prof. Dr. Dr. Dathe

Der legendäre Direktor des Tierparks Berlin, Prof. Dr. Dr. Heinrich Dathe, erkannte, dass die Wildrinder einen naturnahen und ungestörten Lebensraum benötigen. Zwei Wisente, Pumik und Puella, die die Weltkriege und die Jagd im polnischen Urwald von Białowieza überlebt hatten, wurden auf dem Werder angesiedelt. Dathe besuchte „seine“ Wisente jedes Jahr. Heute ist das Reservat für Naturfreunde zugänglich. Von Berlin oder Hamburg gelangt man bequem über die Autobahn 19, Abfahrt Malchow, und dann 25 Kilometer ostwärts nach Waren.

Tradition bei der Namensgebung

Alle im Damerower Reservat geborenen Wisentkälber erhalten Namen, die mit „Da“ beginnen – wie Damerow und Dathe. Das erste Kalb im Jahr 1958 hieß Dagmar. Nach über 300 Geburten wird es für Revierförster Fred Zentner, der das Forstamt Nossentiner Heide leitet, immer schwieriger, neue „Da…“-Namen zu finden. Die Herden umfassen bis zu 40 Tiere, jährlich werden etwa zehn Kälber geboren.

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Besuch im Reservat

Der Eintritt zum Reservat erfolgt über den Waldladen & Waldbistro am Wisentreservat (Telefon 039929 76711). Dort gibt es Karten, Ausstellungsstücke und Informationen. Geöffnet ist vom 1. April bis 31. Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr, vom 1. November bis 31. Dezember samstags und sonntags von 10 bis 16 Uhr. Im Januar geschlossen, vom 1. Februar bis 31. März samstags und sonntags 10 bis 16 Uhr. Tägliche Fütterungen um 11 und 15 Uhr bieten die beste Gelegenheit zur Beobachtung. In der Gaststätte wird gelegentlich Wisentfleisch angeboten – von Jungbullen, die nicht an internationale Partner vermittelt werden konnten. Heute leben in Europa rund 6000 Wisente, ein Erfolg, zu dem Damerow maßgeblich beigetragen hat.

Weitere Tipps für die Seenplatte

Ergänzen Sie Ihren Besuch mit einer Schifffahrt von Mirow nach Rheinsberg – eine Tour durch 16 Seen mit königlicher Geschichte.

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