Bürgerschaft gedenkt 18-jähriger U-Bahn-Opfer Fatemeh und verurteilt Femizid in Hamburg
Die Tat hat die Menschen in Hamburg zutiefst erschüttert. Am Grab der getöteten 18-jährigen Fatemeh, genannt Asal, liegen Blumen als stille Zeichen der Trauer. In einer bewegenden Sitzung befasste sich die Hamburger Bürgerschaft nun mit dem gewaltsamen Tod der jungen Iranerin, die vor knapp zwei Wochen am U-Bahnhof Wandsbek-Markt vor eine einfahrende U-Bahn gezerrt und getötet wurde. Die Präsidentin der Bürgerschaft, Carola Veit, bekundete ihr aufrichtiges Beileid und verurteilte die Tat scharf.
Veit verurteilt Tat als heimtückischen Mord und Femizid
Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit bezeichnete den Tod der 18-jährigen Fatemeh als «heimtückischen Mord» und betonte in ihrer Eröffnungsrede im Rathaus: «Wir trauern um Fatemeh, genannt Asal, 18 Jahre alt, die vor zwei Wochen in unserer Stadt von einem für sie Unbekannten getötet wurde.» Sie wies darauf hin, dass es sich bei dieser Tat um einen Femizid handele, auch wenn der Täter sein Opfer nicht kannte. Nach aktuellen Ermittlungen hatte ein 25-jähriger Südsudanese die ihm unbekannte junge Frau im U-Bahnhof gepackt und sich mit ihr vor einen einfahrenden Zug geworfen. Beide verstarben noch am Tatort, was die Öffentlichkeit in Hamburg nachhaltig bewegt.
Veit: Tötung der 18-Jährigen war eine schreckliche Tragödie
Carola Veit bekundete ihr Mitgefühl den Angehörigen, die Asal am Dienstag auf dem Friedhof Ohlsdorf beigesetzt hatten. Sie beschrieb den Fall als «eine schreckliche Tragödie» und betonte: «Die Tötung einer Frau durch einen Täter, der mit seinem Leben nicht klarkam.» Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass solche entsetzlichen Taten die gesellschaftliche Akzeptanz für den Schutz von Geflüchteten belasten können, wenn sie vor unserer Haustür passieren. Der 25-jährige Südsudanese war im Jahr 2024 im Rahmen eines humanitären Programms der Bundesregierung nach Deutschland gekommen. Veit erklärte, dass seine Biografie kein Einzelfall sei und forderte eine Diskussion darüber, wie alle Menschen in der Stadt bestmöglich vor Gewalttaten geschützt werden können.
Veit warnt vor überzogenen Reaktionen und betont rechtliche Grundsätze
In ihrer Rede mahnte Carola Veit zur Besonnenheit und warnte vor überzogenen Reaktionen. Sie stellte klar, dass der Täter zwar zuvor straffällig geworden sei, aber «ein Mensch wird nicht gleich eingesperrt, untergebracht oder zwangseingewiesen, wenn die Person verhaltensauffällig und polizeibekannt ist oder in einem Bordell randaliert. Das wäre das Konzept von Polizeistaaten und nicht unseres.» Dennoch forderte sie eine genaue Prüfung der Behördenabläufe, um solche Vorfälle in Zukunft zu verhindern. Veit verwies zudem auf die hohe Anzahl schwer traumatisierter Menschen unter den Schutzsuchenden, die ihre Heimat aufgrund von Verfolgung und Bedrohung verlassen müssen. Sie betonte, dass Kriegs- und Gewalterfahrungen oft zu weiterem Leid führen, wie die Geschichte gezeigt habe. Abschließend unterstrich sie: «Ein solches Schicksal rechtfertigt allerdings niemals Gewalttaten.» Zugleich betonte sie, dass solche Taten keinen Bruch mit europäischem Recht und dem Grundgesetz rechtfertigen dürfen.



