Historischer Frachter verlässt Hamburg für umfassende Werftarbeiten
Der legendäre Museumsfrachter Cap San Diego hat den Hamburger Hafen vorübergehend verlassen. Das historische Schiff ist am Abend in Richtung Bremerhaven aufgebrochen, wo es bis zum 30. März einer umfassenden technischen Überprüfung und Instandsetzung unterzogen wird. Diese Maßnahmen sind notwendig, um die Fahrtüchtigkeit des maritimen Denkmals zu erhalten und die Sicherheit künftiger Passagiere zu gewährleisten.
Fünfjährige Klassenerneuerung steht an
Wie die Betriebsgesellschaft des Schiffes mitteilte, muss die Cap San Diego alle fünf Jahre zur sogenannten Klassenerneuerung in die Werft. Diese verpflichtende Überprüfung umfasst zahlreiche Arbeiten, die für den sicheren Betrieb des Schiffes unerlässlich sind. Geplant sind unter anderem:
- Ein komplett neuer Anstrich des Schiffskörpers
- Technische Instandhaltungsmaßnahmen an allen Systemen
- Gründliche Reinigung, Entschlammung und Konservierung der Tanks
- Umfassende Überprüfung der Rettungsboote und Gangways
Ohne diese regelmäßigen Werftaufenthalte könnte das Museumsschiff keine Passagierfahrten mehr anbieten.
Finanzierung der zweimillionenteuren Überholung
Die Klassenerneuerung stellt eine erhebliche finanzielle Herausforderung dar. Nach Angaben der Hamburger Regierungsfraktionen von SPD und Grünen belaufen sich die Kosten auf rund zwei Millionen Euro. Den Großteil dieser Summe trägt die Stiftung Hamburger Admiralität als Eigentümerin des Schiffes.
Die Stadt Hamburg beteiligt sich mit 250.000 Euro aus dem Sanierungsfonds Hamburg 2030. Kurz vor Beginn der Werftarbeiten kam noch eine weitere finanzielle Unterstützung hinzu: Der Bund bewilligte zusätzliche 500.000 Euro, die es ermöglichen, weitere Maßnahmen umzusetzen. Dieser Beschluss wurde im Haushaltsausschuss des Bundestages gefasst, wie der Hamburger SPD-Abgeordnete Falko Droßmann bekannt gab.
Geschichte des legendären Frachters
Die Cap San Diego wurde in den Jahren 1961 und 1962 auf der Werft in Hamburg-Finkenwerder gebaut. Ursprünglich diente sie als Frachtschiff für die renommierte Reederei Hamburg Süd und verband zwei Jahrzehnte lang Europa mit Südamerika. Auf ihren regelmäßigen Fahrten transportierte das Schiff wertvolle Güter wie Tee, Tabak sowie gefrorenes und gekühltes Fleisch.
Die ursprünglich geplante Lebensdauer des Frachters lag bei etwa 60 Jahren. Doch bei kontinuierlicher und sorgfältiger Instandhaltung, wie sie jetzt wieder durchgeführt wird, könnte das Schiff noch viele weitere Jahrzehnte – möglicherweise sogar dauerhaft – erhalten bleiben. Dies betonte die Pressesprecherin der Betriebsgesellschaft in ihrer Stellungnahme.
Zukunft des Museumsschiffes nach der Werft
Nach Abschluss der umfangreichen Werftarbeiten wird die Cap San Diego wieder zu ihrem angestammten Platz im Hamburger Hafen zurückkehren. Das Museumsschiff bietet regelmäßig Fahrten auf der Elbe an, bei denen bis zu 500 Passagiere die historische Seefahrt an Bord eines original erhaltenen Stückgutfrachters erleben können.
Die erste große Veranstaltung nach der Klassenerneuerung ist bereits fest eingeplant: Am 8. Mai wird die Cap San Diego bei der Einlaufparade zum Hamburger Hafengeburtstag wieder mit Passagieren auf der Elbe fahren. Diese traditionelle Veranstaltung markiert den offiziellen Neustart des Betriebs nach der umfassenden Überholung und wird von vielen maritimen Enthusiasten sehnsüchtig erwartet.
Die vorübergehende Abwesenheit des markanten Schiffes wird im Hamburger Hafen deutlich spürbar sein, doch die umfassenden Werftarbeiten sichern den langfristigen Erhalt dieses bedeutenden maritimen Kulturgutes für kommende Generationen.



