Hamburger Hafen beendet Negativserie mit deutlichem Umschlagplus
Nach drei Jahren kontinuierlich rückläufiger Umschlagszahlen meldet der Hamburger Hafen endlich wieder positive Nachrichten. Die Hafenbehörde Hamburg Port Authority (HPA) gab bekannt, dass der Gesamtumschlag im vergangenen Jahr um 2,6 Prozent auf 114,6 Millionen Tonnen gestiegen ist. Diese erfreuliche Entwicklung wird maßgeblich durch ein deutliches Plus im Containersegment getragen, das die negativen Entwicklungen in anderen Bereichen mehr als ausgleichen konnte.
Containerumschlag als Wachstumstreiber
Der Containerumschlag entwickelte sich im vergangenen Jahr besonders dynamisch. Insgesamt wurden 8,3 Millionen Standardcontainer umgeschlagen, was einem bemerkenswerten Zuwachs von 7,3 Prozent entspricht. In Tonnen ausgedrückt bedeutet dies einen Anstieg um 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders bemerkenswert ist, dass diese positive Entwicklung über alle vier Quartale hinweg kontinuierlich anhielt.
Friedrich Stuhrmann, Chief Commercial Officer der HPA, betonte: „Der kontinuierliche Anstieg über alle Quartale hinweg unterstreicht die hohe Wettbewerbsfähigkeit des Standorts und die starke Nachfrage im internationalen Warenverkehr.“
Asiatische Märkte kompensieren US-Einbruch
Während das Geschäft mit den USA aufgrund von US-Zollmaßnahmen einen dramatischen Einbruch von 25,6 Prozent erlitt, sorgten andere Regionen für deutliche Impulse:
- China verzeichnete ein Plus von 6,5 Prozent
- Malaysia erzielte ein beeindruckendes Wachstum von 84,3 Prozent
- Indien steigerte seine Umschlagsmengen um 49,2 Prozent
Ebenfalls positiv entwickelte sich das für Transshipment bedeutende Fahrtgebiet Nordeuropa mit Finnland, Dänemark, Norwegen und Schweden, das ein Wachstum von 21,2 Prozent verzeichnete.
Massengutumschlag weiter im Abwärtstrend
Während der Containerumschlag boomt, setzt sich der negative Trend im Massengutsegment fort. Insgesamt ging der Umschlag von Massengütern wie Erzen, Kohle, Flüssigkeiten, Getreide oder Düngemitteln um 1,7 Prozent auf 32,4 Millionen Tonnen zurück. Die Entwicklung innerhalb dieses Segments zeigt jedoch ein differenziertes Bild:
- Beim flüssigen Massengut gab es ein minimales Plus von 0,7 Prozent
- Der Umschlag von trockenem Massengut verzeichnete ein Minus von 2,7 Prozent
- Besonders dramatisch entwickelte sich der Getreideumschlag mit einem Einbruch von 45,8 Prozent
- Düngemittel und Erze gingen um 5,6 beziehungsweise 4,3 Prozent zurück
Positiv entwickelten sich hingegen der Umschlag von Baustoffen mit einem Plus von 19,5 Prozent, sonstigem Trockengut (17,1 Prozent) und Chemikalien (16,3 Prozent).
Insgesamt zeigt die Entwicklung des Hamburger Hafens eine klare Verschiebung der Handelsströme und eine zunehmende Spezialisierung auf Containerverkehre, während traditionelle Massengutgeschäfte weiter an Bedeutung verlieren.



