Hamburger Schüler streiken gegen Wehrpflicht: „Wir sind kein Kanonenfutter“
Hamburger Schüler streiken gegen Wehrpflicht

Hamburger Schüler protestieren lautstark gegen neuen Wehrdienst

Lautstark, wütend und mit großer Entschlossenheit haben erneut zahlreiche Schülerinnen und Schüler in Hamburg gegen den neu eingeführten Wehrdienst demonstriert. Unter dem Motto „Schulstreik gegen Wehrpflicht“ zogen am Vormittag mehr als 1000 junge Menschen vom Hauptbahnhof bis vor das Hamburger Rathaus, um ihrem Unmut Luft zu machen.

„Wir sterben nicht in Euren Kriegen“

Auf ihren Plakaten und Transparenten brachten die Jugendlichen klare und deutliche Botschaften zum Ausdruck. Slogans wie „Wir sterben nicht in Euren Kriegen“ oder „Fuck Wehrpflicht“ dominierten das Bild der Demonstration. Viele der Teilnehmer machten unmissverständlich klar, dass sie nicht als „Kanonenfutter“ enden wollen und entschieden ablehnen, Post von der Bundeswehr zu erhalten.

Polizei zählt 1200 Teilnehmer

Nach offiziellen Angaben der Polizei nahmen „in der Spitze rund 1200 Personen“ an der Protestaktion in der Hamburger Innenstadt teil. Die Veranstalter hatten ursprünglich mit etwa 2500 Teilnehmern gerechnet. Es handelte sich bereits um die zweite Demonstration dieser Art innerhalb weniger Monate. Bereits Anfang Dezember hatte das Bündnis „Schulstreik gegen Wehrpflicht“ zu einem ersten Streik aufgerufen, nachdem der Bundestag grünes Licht für den neuen Wehrdienst gegeben hatte.

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Neuer Wehrdienst seit Jahresbeginn in Kraft

Das Gesetz zum neuen Wehrdienst ist seit dem 1. Januar in Kraft getreten. Seither erhalten junge Männer und Frauen, die volljährig werden, Post mit einem Fragebogen von der Bundeswehr. Mit diesem Fragebogen sollen Eignung und Motivation für einen möglichen Dienst bei der Bundeswehr erfasst werden. Für junge Männer ist das Ausfüllen des Fragebogens verpflichtend, da laut Grundgesetz eine Wehrpflicht nur für sie möglich ist. Für junge Frauen bleibt die Teilnahme hingegen freiwillig.

Befürchtung einer Rückkehr zur allgemeinen Wehrpflicht

Viele der demonstrierenden Jugendlichen sehen in dem neuen Verfahren einen ersten Schritt zurück zur allgemeinen Wehrpflicht und wollen frühzeitig ein deutliches Zeichen dagegen setzen. Die Stimmung unter den Demonstranten war geprägt von der Sorge, in militärische Konflikte hineingezogen zu werden, und von der Ablehnung einer verpflichtenden Dienstzeit. Weitere Protestaktionen und Demonstrationen sind bereits angekündigt worden, was auf anhaltenden Widerstand gegen die Wehrpflichtregelungen schließen lässt.

Die Demonstration verlief insgesamt friedlich, aber mit großer emotionaler Intensität. Die Jugendlichen zeigten sich gut organisiert und mit klaren politischen Forderungen. Die Aktion unterstreicht die wachsende Besorgnis unter jungen Menschen gegenüber militärischen Verpflichtungen und wirft Fragen zur Zukunft der Wehrpflicht in Deutschland auf.

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