Bank streicht Schalter-Service: Empörung in Mecklenburgischer Schweiz über Filialumbau
Bank streicht Schalter-Service: Empörung über Filialumbau

Bank streicht Schalter-Service: Empörung in Mecklenburgischer Schweiz über Filialumbau

Die Pläne der Raiffeisenbank „Mecklenburger Seenplatte“ zur Umgestaltung ihres Filialnetzes stoßen in der Region auf deutlichen Widerstand. Die Bank hatte im März angekündigt, ab dem 1. Juli ihr Netzwerk grundlegend umzubauen. Dabei werden die Standorte in Dargun und Jördenstorf vollständig geschlossen. Andere Filialen, wie beispielsweise in Malchin und Gnoien, sollen in reine Beratungsfilialen umgewandelt werden, in denen der persönliche Service am Schalter entfällt.

Sorge um ältere Bevölkerung in Gnoien

Besonders in der Stadt Gnoien lösen die Pläne der Bank massive Kritik aus. Bürgermeister Lars Schwarz (CDU) äußerte sich vor den Stadtvertretern mit deutlichen Worten: „Gnoien verliert seinen persönlichen Service am Schalter und das ist gerade für unsere ältere Bevölkerung ein massiver und tiefgreifender Einschnitt.“ Er betonte, dass keine Mitarbeiter mehr für Bargeldtransaktionen, Überweisungen oder persönliche Anfragen zur Verfügung stehen werden.

Schwarz kritisierte weiter: „Wenn so die Zukunft einer Raiffeisenbank in einem Grundzentrum mit Querschnitts- und Versorgungsfunktion für eine ganze Region aussieht, dann ist das Zukunftskonzept nicht durchdacht und diskriminiert gerade unsere älteren Mitbürger.“ Die Stadt Gnoien plant nun, sich schriftlich an den Vorstand der Bank zu wenden, um ihre Bedenken zu artikulieren.

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Mangelnde Kommunikation und Überraschung in Dargun

Für Verwunderung sorgte zudem, dass die betroffenen Kommunen nicht direkt über die geplanten Maßnahmen informiert wurden. Die Stadt Dargun erfuhr erst aus der Presse von der bevorstehenden Schließung ihrer Filiale. Bürgermeisterin Jana Böttcher teilte mit: „Die Stadt Dargun hat von der Schließung der Filiale der Raiffeisenbank in Dargun erst aus der Presse erfahren und bedauert die Entscheidung der Raiffeisenbank.“ Dies unterstreicht die mangelnde Transparenz im Vorgehen der Bank.

Technische Änderungen und Auslaufmodelle

Parallel zu den strukturellen Veränderungen werden auch technische Anpassungen vorgenommen. In den künftigen Beratungsfilialen werden die Überweisungsautomaten abgebaut. Auf den Bildschirmen dieser Geräte ist bereits jetzt zu lesen: „Sie stehen vor einem Auslaufmodell. Im September 2026 werden die Überweisungsterminals abgebaut.“ Die Bank fordert ihre Kunden auf, vermehrt das Online-Banking zu nutzen. Geldautomaten sollen jedoch weiterhin verfügbar bleiben.

Begründung der Bank und alternative Konzepte

Die Raiffeisenbank begründet die Neuausrichtung mit einem deutlich veränderten Kundenverhalten. „Weniger klassische Filialbesuche, stark zunehmende digitale Banknutzung und gleichzeitig ein wachsender Bedarf an qualifizierter persönlicher Beratung bei komplexen Themen“, beschreibt die Bank die aktuelle Situation. Es handele sich dabei nicht um ein Sparprogramm, sondern um eine Optimierung, um Mittel für persönliche Beratung, digitalen Service und moderne Technik freizusetzen.

Die Bank hat verschiedene alternative Szenarien geprüft, darunter:

  • Teilöffnungen von Filialen
  • Mobile Beratungskonzepte
  • Bauliche Anpassungen an bestehenden Standorten

Diese Optionen erwiesen sich jedoch aufgrund geringer Kundenfrequenz und hoher Modernisierungskosten als nicht wirtschaftlich tragfähig. Die Bank konzentriert sich daher künftig auf vier sogenannte „Kompetenz-Center“ in Waren, Neubrandenburg, Neustrelitz und Teterow, die ein umfassendes Beratungsangebot bieten sollen.

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