Denkmalschutz versus Kindersicherheit: Streit um Teterower Schulhof
In Teterow sorgt eine Stellungnahme der Denkmalbehörde für erhebliche Diskussionen und Unmut bei Eltern und Lehrern. Der Elternbeirat der örtlichen Grundschule hatte sich Ende des vergangenen Jahres mit einem dringenden Appell an die Stadtvertretung gewandt und eine Umzäunung des Pausenhofes auf dem Schulkamp gefordert. Die besorgten Mütter und Väter sehen die Sicherheit ihrer Kinder massiv gefährdet, da Fremde jederzeit und problemlos Zutritt zum Schulgelände haben.
Eltern fordern Schutz vor Fremden und Vandalismus
Die fehlende klare Trennung zwischen Schulareal und öffentlicher Fläche erschwere die Pausenaufsicht für die Lehrer erheblich. Zudem öffne die aktuelle Situation Tür und Tor für Vandalismus, mit dem die Schule in der Vergangenheit immer wieder zu kämpfen hatte. Die Stadtvertretung nahm die Sorgen der Eltern ernst und beauftragte die Verwaltung mit einem Mehrheitsbeschluss, Möglichkeiten für eine Umzäunung zu prüfen.
Denkmalbehörde erlaubt nur begrenzte Lösung
Nun hat Amtsleiterin Dörte Langhof im Schulausschuss die Position der Denkmalbehörde vorgestellt. Das Ergebnis fällt aus Sicht der Eltern enttäuschend aus: Laut den Denkmalschützern ist lediglich die Errichtung eines Zauns zwischen Haus eins und zwei der Schule möglich. An der Stelle, wo derzeit große Steine den Schulhof abgrenzen, komme eine Umzäunung jedoch nicht infrage. Diese Einschränkung wird von den Beteiligten kritisch aufgenommen.
Schulleiter zeigt sich enttäuscht und besorgt
Thomas Oestreich, Stadtvertreter und zugleich Leiter der Grundschule, äußert sich deutlich unzufrieden. „Das A und O ist die Sicherheit der Kinder. Mit der jetzt vorliegenden Expertise der Denkmalbehörde sind wir nicht einen Schritt weiter“, erklärt der Schulleiter. Er kenne viele Schulen in Mecklenburg-Vorpommern, doch einen so ungeschützten Pausenhof wie in Teterow habe er noch nirgendwo anders gesehen. Oestreich steht voll und ganz hinter dem Anliegen des Elternbeirates und betont die täglichen Herausforderungen.
Politische Unterstützung für alternative Lösungen
Für den AfD-Stadtvertreter Michael Schmitus ist das letzte Wort in dieser Angelegenheit noch nicht gesprochen. „Auch eine Denkmalbehörde muss nicht immer recht haben“, meint der Abgeordnete. Er schlägt vor, die Denkmalexperten zu einem weiteren Vororttermin nach Teterow einzuladen, um gemeinsam mit Eltern und Lehrern nach alternativen Lösungen für den Schulhof zu suchen. Schmitus betont, dass er es als Lehrer ablehnen würde, unter den aktuellen Bedingungen die Pausenaufsicht zu übernehmen.
Kleine Lichtblicke für die Schulgemeinschaft
Immerhin gibt es einen positiven Aspekt: Die Behörden haben keine Einwände gegen die Aufstellung mehrerer Spielgeräte auf der Pausenfläche. Dieser Wunsch der Eltern für ihre Schützlinge kann somit umgesetzt werden. Dennoch bleibt die grundsätzliche Frage der Sicherheit durch eine fehlende Umzäunung ungelöst und sorgt weiter für Unruhe in der Teterower Schulgemeinschaft.



