Ostsee-Eisbrecher "Arkona" hält trotz dicker Eisschichten den Schiffsverkehr am Laufen
Eisbrecher "Arkona" hält Ostsee-Schiffsverkehr trotz Eis am Laufen

Ostsee-Eisbrecher "Arkona" hält trotz dicker Eisschichten den Schiffsverkehr am Laufen

Das modernste und größte Schiff des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Stralsund, die "Arkona", beweist auch im Winter 2026 ihre beeindruckende Leistungsfähigkeit. Mit 6600 PS schiebt sich der 70 Meter lange und 15 Meter breite Kraftprotz mühelos durch bis zu 30 Zentimeter dickes Festeis im Bodden und Sund der Ostsee. Seit Ende Januar ist das eisbrechende Mehrzweckschiff im Dauereinsatz, um die Schifffahrt aufrechtzuerhalten.

Technische Meisterleistung gegen die Eismassen

Die "Arkona" verfügt über um 360 Grad schwenkbare Azipod-Propellergondeln mit Elektroantrieb, die es ermöglichen, sowohl vorwärts als auch rückwärts problemlos durch verbackenes Trümmereis zu navigieren. Südlich von Palmerort, der südwestlichen Spitze Rügens, manövriert der Kapitän das Schiff sogar ins geschlossene Festeis. "Das Eis wächst nur noch, wenn die Temperaturen über längere Zeit bei minus zehn Grad liegen", erklärt er, während die Schneedecke das darunter liegende Eis zusätzlich isoliert.

Wirtschaftliche Bedeutung des Eisbrecher-Einsatzes

Der größte und stärkste deutsche Eisbrecher eskortiert Frachter in freigekämpften Fahrrinnen zu wichtigen vorpommerschen Häfen wie Stralsund, Ladebow, Vierow und Lubmin. Dies gewährleistet, dass Schiffe ohne Zeit- und Geldverlust laden und löschen können. Bei heftigem Ostwind können Eiswälle (Ridges) jedoch den Durchgang blockieren und zu beliebten Foto-Objekten an der Küste werden, die eine arktische Landschaft suggerieren.

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Der Einsatz der "Arkona" ist für die Schifffahrt kostenfrei, obwohl das Schiff den Bund täglich mehr als 50.000 Euro kostet, inklusive Abschreibung, Personal und Vorhaltung für Notfälle. "Das oberste Prinzip der Wasserstraßenverwaltung – Sicherheit und Leichtigkeit der Schifffahrt – muss stets gewährleistet sein", betont der Kapitän. Diese Regelung gilt weltweit, da Häfen, die wegen Eisverschluss nicht arbeiten können, erhebliche volkswirtschaftliche Schäden verursachen würden. "Eisbrecher-Kosten sind ein Klacks dagegen", resümiert er.

Historischer Kontext und aktuelle Herausforderungen

Das 44 Millionen Euro teure Spezialschiff hat aktuell Kurs auf den unter einer Festeisdecke liegenden Greifswalder Bodden genommen. Noch im strengen Eiswinter 1996/97 erledigte diese Aufgabe ihr Vorgänger "Stephan Jantzen", der heute als Museumsschiff im Rostocker Stadthafen zu besichtigen ist. Die deutschen Häfen an der östlichen Ostsee profitieren nachhaltig von solchen Einsätzen.

In Ruhephasen parkt die "Arkona" im Eis, bis der nächste Frachter Eisbrecherhilfe anfordert. Dann wird es ungewohnt still auf dem Schiff, nur leises Knistern und Klirren von sich reibenden Eisschollen ist zu hören. Für die internationale Gemeinschaft der Eisbrecher-Fahrer lautet das Motto daher: "Ice is nice!" – ein Zeichen für die Faszination und Notwendigkeit dieser anspruchsvollen Arbeit.

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