Feuerwehr in Not: Wer darf das Löschfahrzeug fahren, wenn der Maschinist fehlt?
Feuerwehr: Wer darf Löschfahrzeug fahren ohne Maschinist?

Feuerwehreinsatz ohne Maschinist: Wer steuert das Löschfahrzeug?

Die Sirene heult, die Mannschaft ist einsatzbereit, doch der Maschinist fehlt. In dieser kritischen Situation stellt sich die Frage: Wer darf das Feuerwehrauto zum Einsatzort fahren? Auf den ersten Blick könnte man meinen, ein Lastkraftwagenfahrer mit entsprechendem Führerschein wäre die Lösung. Doch die Realität ist deutlich komplexer, wie die Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz Mecklenburg-Vorpommern in Malchow erklärt.

Gesetzliche Regelungen bestimmen die Einsatzfähigkeit

Wer ein Feuerwehrfahrzeug führen darf, ist im Brandschutz- und Hilfeleistungsgesetz Mecklenburg-Vorpommern (BrSchG M‑V) genau festgelegt. Paragraph 7 Absatz 3 Nummer 2 des Gesetzes erlaubt die Hinzuziehung externer Personen nur unter strengen Ausnahmebedingungen. Lkw-Fahrer können daher nicht pauschal zur Unterstützung im Feuerwehreinsatz herangezogen oder zum Führen von Löschfahrzeugen eingesetzt werden.

Öffentliche Feuerwehren dürfen externe Personen und Materialien ausschließlich dann in Anspruch nehmen, wenn:

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  • Eigene Kräfte und Mittel nicht ausreichen
  • Keine Gefahr für Leben und Gesundheit der Betroffenen besteht
  • Keine anderen wichtigen Pflichten verletzt werden

Ein routinemäßiges Anhalten von Berufskraftfahrern ist damit gesetzlich ausgeschlossen.

Technische Besonderheiten von Feuerwehrfahrzeugen

Die Begründung für diese strengen Regelungen liegt in den besonderen Anforderungen an Feuerwehrfahrzeuge. Diese unterscheiden sich technisch und fahrdynamisch erheblich von regulären Lastkraftwagen. Besonders der mitgeführte Wassertank verändert das Fahrverhalten deutlich. Für das sichere Fahren und die Bedienung der Fahrzeugtechnik – etwa der Pumpe – sind spezielle Schulungen vorgeschrieben, die ortsfremde Lkw-Fahrer in der Regel nicht absolviert haben.

Selbst wenn das Gesetz theoretische Ausnahmen zulässt, ist der Einsatz externer Personen in der Praxis kaum umsetzbar und aus Sicherheitsgründen nicht vertretbar. Fehlt ein ausgebildeter Maschinist, meldet sich die Feuerwehr ordnungsgemäß bei der Integrierten Leitstelle. Diese organisiert dann Unterstützung durch benachbarte Wehren. Entsprechende Konstellationen seien überwiegend theoretischer Natur, erklärt die Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz.

Qualifikation und Ausbildung von Feuerwehrfahrern

Damit stellt sich die Frage: Wie kommt eine Feuerwehr überhaupt an qualifizierte Maschinisten? Feuerwehrkameraden müssen entweder eine spezielle Schulung absolvieren, falls bereits ein Lkw-Führerschein vorhanden ist, oder den Führerschein komplett neu erwerben. Nach Paragraph 2 des BrSchG M‑V sind die Gemeinden verpflichtet, eine leistungsfähige Feuerwehr vorzuhalten – dazu zählt auch ausreichend qualifiziertes Fahrpersonal.

Um den Führerscheinerwerb zu stärken, sieht der im März im Landtag beratene Entwurf für ein neues Brandschutz- und Hilfeleistungsgesetz zusätzliche Möglichkeiten vor. Landkreise und kreisfreie Städte sollen künftig aus Mitteln der Feuerschutzsteuer Fahrlehrer dezentral anstellen können. Gegen Kostenbeteiligung können sie den Gemeinden die Ausbildung ehrenamtlicher Feuerwehrkräfte anbieten oder Rahmenverträge mit Fahrschulen schließen. Der Entwurf des überarbeiteten Brandschutz- und Hilfegesetzes wird aktuell in der Landesregierung intensiv beraten und könnte die Ausbildungssituation für Feuerwehrfahrer in Mecklenburg-Vorpommern deutlich verbessern.

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