Zwei Großinvestoren zeigen Interesse an Mecklenburg-Vorpommern
Der Wirtschaftsstandort Mecklenburg-Vorpommern könnte in naher Zukunft einen bedeutenden Aufschwung erleben. Wie aus verschiedenen Quellen in Wirtschaft und Landesregierung zu erfahren ist, haben zwei potenzielle Großinvestoren ein Auge auf den Nordosten Deutschlands geworfen. Es handelt sich dabei um den Zementhersteller Schwenk aus Ulm und den indischen Konzern Sanvira, die beide neue Standorte in der Region prüfen.
Schwenk bestätigt Gespräche zu Rostock und Mukran
Der Zementgigant Schwenk, der bereits Standorte in mehreren Bundesländern wie Magdeburg und Berlin betreibt, sucht offenbar nach einem Standort an der Ostsee. Eine Unternehmenssprecherin, Laura Schleicher, bestätigte das Interesse und laufende Gespräche mit den Häfen in Rostock und Mukran auf Rügen. „Im Rahmen strategischer Projekte stehen wir zu den genannten Standorten in einem Austausch mit regionalen Vertreterinnen und Vertretern“, erklärte sie. Allerdings betonte sie, dass man sich noch in einer sehr frühen Phase der strategischen Prüfung befinde, weshalb keine weiteren Details genannt werden könnten.
Quellen zufolge hat der Hafen in Mukran möglicherweise die Nase vorn, da Schwenk einen Anschluss ans Wasser benötigt. Allerdings müssen noch einige Fragen geklärt werden, darunter der Bedarf an einer sehr starken Stromleitung für die Produktion, ein hoher Wasserverbrauch und die Regelung von CO2-Emissionen.
Sanvira plant Aluminium-Produktion in MV
Bei Sanvira handelt es sich um ein Unternehmen aus Indien, das auch im Oman produziert und sich als führender Hersteller von Materialien auf Kohlenstoffbasis bezeichnet. In Mecklenburg-Vorpommern soll es um die Produktion von Anoden für die Aluminiumherstellung gehen. Die Sanvira-Gruppe, die auch biologische Stoffe wie Enzyme oder Probiotika im Fokus hat, hat auf Anfragen bisher nicht reagiert. Für einen Hafen in der Region wäre eine solche Ansiedlung ein Glücksgriff, da sowohl Rohstoffe angeliefert als auch fertige Produkte verschifft werden könnten.
Positive Reaktionen aus der Wirtschaft
Klaus-Jürgen Strupp, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Rostock, äußerte sich zuversichtlich zu den möglichen Ansiedlungen. „Beide Standorte wären wichtig für eine positive Entwicklung unseres Kammerbezirks“, sagte er. „Für die Entwicklung der Häfen an beiden Standorten wäre das großartig, sowohl was den Umschlag als auch die Produktion angeht und natürlich für die Schaffung von Arbeitsplätzen.“
Das Wirtschaftsministerium in Schwerin hält sich hingegen bedeckt. Ein Sprecher von Minister Wolfgang Blank erklärte: „Mecklenburg-Vorpommern ist ein hochattraktiver Standort für viele Unternehmen. Eine erfolgreiche Ansiedlung ist von vielen unterschiedlichen Faktoren und Entscheidungen abhängig.“ Aus Rücksicht auf die beteiligten Unternehmen und Akteure gebe das Ministerium grundsätzlich keine Auskunft zum aktuellen Stand möglicher Unternehmensansiedlungen.
Insgesamt könnten die geplanten Investitionen von Schwenk und Sanvira Milliardenbeträge umfassen und hunderte neue Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern schaffen. Die genauen Details werden jedoch noch geprüft, und beide Häfen verweisen auf die gebotene Diskretion solcher Ansiedlungen.



