Rostocker IHK feiert geplanten Bau von Konverterplattformen als industriepolitischen Meilenstein
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Rostock begrüßt ausdrücklich den geplanten Bau von Konverterplattformen in Rostock-Warnemünde. Diese riesigen Hightech-Anlagen sind für die Anbindung von Offshore-Windparks unverzichtbar, da sie den erzeugten Strom bündeln und für den verlustarmen Weitertransport zur Küste in Gleichstrom umwandeln.
Bayern beteiligt sich mit finanziellen Bürgschaften an dem Projekt
Nicht nur die Landesregierung in Schwerin, sondern auch der Freistaat Bayern will den Bau dieser wichtigen Infrastrukturkomponenten in Mecklenburg-Vorpommern mit Bürgschaften absichern. Wie das Wirtschaftsministerium in Schwerin bestätigte, werden sich voraussichtlich noch weitere Bundesländer an der Finanzierung beteiligen.
„Dass diese Konverterplattformen künftig wieder in Deutschland – konkret vor unserer Haustür – gebaut werden sollen, ist ein industriepolitischer Durchbruch“, erklärte Klaus-Jürgen Strupp, Präsident der IHK zu Rostock. Nach einer Änderung des Werftenförderungsgesetzes im vergangenen Jahr kann Mecklenburg-Vorpommern für die Bauzeitfinanzierung von Konverterplattformen auf den Werften im Land Bürgschaften bis zu einer Gesamtobergrenze von 300 Millionen Euro gewähren.
Kooperation zwischen Neptun Werft und Siemens Energy geplant
Laut Berichten soll die Rostocker Neptun Werft, die zur Meyer-Gruppe aus Papenburg in Niedersachsen gehört, gemeinsam mit Siemens Energy aus Bayern an den Konverterplattformen arbeiten. Die Neptun Werft hatte bereits zusammen mit dem belgischen Stahlkonzern Smulders ein Gemeinschaftsunternehmen zum Bau dieser speziellen Offshore-Komponenten gegründet.
Bereits im Jahr 2017 war eine in Mecklenburg-Vorpommern gebaute riesige Konverterplattform in Rostock-Warnemünde ausgeschifft worden, was die technologische Kompetenz der Region in diesem Bereich unterstreicht.
Offshore-Wind-Boom bringt Chancen und Herausforderungen
Klaus-Jürgen Strupp spricht von einem regelrechten „Offshore-Wind-Boom“, der jedoch auch massive Herausforderungen mit sich bringt. „Fachkräfte fehlen, Flächen werden knapp, Infrastruktur stößt an Grenzen“, so der IHK-Präsident. „Selbst bei den Konverterplattformen sehen wir: Genehmigungen, Flächensanierung und Abstimmungen dauern zu lange.“
Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat für Donnerstag zum 3. Baltic Sea Business Day in Rostock eingeladen, an dem auch die IHK beteiligt ist. Bei diesem Spitzentreffen von Vertretern aus Ostseeanrainer-Staaten sollen in diesem Jahr vor allem die Themen maritime Sicherheit, Innovationen und Nachhaltigkeit im Mittelpunkt stehen.
Der geplante Bau der Konverterplattformen in Rostock-Warnemünde stellt somit nicht nur einen wichtigen Schritt für die Energiewende dar, sondern auch eine bedeutende wirtschaftliche Chance für die gesamte Region Mecklenburg-Vorpommern.



