Löschwasserkissen revolutionieren Brandschutz in Mecklenburgischer Schweiz
Löschwasserkissen revolutionieren Brandschutz in Mecklenburg

Innovative Wasserspeicher sichern Brandschutz in Mecklenburgischer Schweiz

Knappes Löschwasser stellt für Feuerwehren eine erhebliche Gefahr dar und kann selbst kleinere Brandeinsätze schnell eskalieren lassen. Um dieser Herausforderung zu begegnen, setzen mehrere Gemeinden im Amt Stavenhagen nun auf eine innovative Lösung: sogenannte Löschwasserkissen. Diese robusten und flexiblen Wasserspeicher sollen die Versorgung vor Ort dauerhaft sicherstellen und wetterbedingte Ausfälle wirksam verhindern.

Vorteile gegenüber traditionellen Löschwasserteichen

André Netzel vom Ordnungsamt erläutert, dass die Anschaffungs- und Unterhaltskosten für die Kissen deutlich geringer ausfallen als für natürliche oder künstlich angelegte Teiche, Zisternen und Hydranten. Ein weiterer entscheidender Vorteil ist die ganzjährige Nutzbarkeit. Während im Winter das mühsame Aufsägen von Eis bei zugefrorenen Teichen entfällt, bieten die Kissen eine frostfreie Entnahmeleitung. Amtswehrführer Geritt Lange verweist zudem auf die sinkenden Wasserstände in den Teichen infolge anhaltender Trockenheit. Meliorationsanlagen in der Landwirtschaft funktionieren nicht mehr zuverlässig, Teiche werden nicht ausreichend nachgefüllt und verschlammen zunehmend.

Technische Details und praktischer Einsatz

Die Löschwasserkissen bestehen aus robustem, lichtundurchlässigem Material und verfügen über ein Fassungsvermögen von 120.000 bis 200.000 Litern Wasser. Sie können direkt für die Löschwasserversorgung eingesetzt werden oder dienen zur Befüllung von Tanklöschfahrzeugen über größere Entfernungen. Laut Amtswehrführung lassen sich die Speicher schnell aufbauen und sind durch ihre Konstruktion frostbeständig, was eine zuverlässige Verfügbarkeit in allen Jahreszeiten garantiert.

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Ergänzung durch spezielle Feuerwehreinheit

Das Amt Stavenhagen hat im vergangenen Jahr zudem eine Sondergruppe TLF (Tanklöschfahrzeug) gegründet. Diese Einheit umfasst sechs Fahrzeuge mit einer Gesamtkapazität von 16.000 bis 18.000 Litern Wasser an Bord. Sie wurde speziell für den Einsatz bei Großbränden im Amtsbereich konzipiert. Das Ziel ist, bei hohem Wasserbedarf mit weniger Personal auszukommen. Bisher mussten für derartige Lagen komplette Wehren aus den Gemeinden alarmiert werden, was insbesondere an Werktagen zunehmend schwierig ist.

Erfolgreiche Tests und weitere Ausbaupläne

Die Sondergruppe hat sich bereits in der Praxis bewährt, unter anderem bei Bränden in Grammentin und Bredenfelde. Bei Übungen wurden die Löschwasserkissen erfolgreich befüllt, beispielsweise im vergangenen Sommer in Wüstgrabow. Projekte sind bereits in Mölln und Knorrendorf umgesetzt. Für dieses Jahr sind weitere Kissen in Klockow, Sülten, Wackerow, Bauernreihe Kittendorf, Rosenow, Lüdershof, Grammentin, Krummsee und Ivenack vorgesehen. Für die meisten Standorte liegen die Baugenehmigungen bereits vor oder sind beantragt, sodass die flächendeckende Einführung der innovativen Speichertechnologie zügig voranschreitet.

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