Malchin in tiefer Trauer: Andreas Mohrholz mit 64 Jahren verstorben
Die Nachricht vom plötzlichen Tod Andreas Mohrholz' hat die Stadt Malchin in der Mecklenburgischen Schweiz erschüttert. Der ehemalige Wehrführer und langjährige Leiter des Stadtbauhofs ist im Alter von 64 Jahren verstorben und hinterlässt eine tief betroffene Gemeinschaft.
Spontane Gedenkfeier bei der Feuerwehr
Als sich die Nachricht am Sonntagabend verbreitete, versammelten sich spontan zahlreiche Feuerwehrleute im Gerätehaus von Malchin, um ihres langjährigen Wehrführers zu gedenken. Obwohl Andreas Mohrholz das Amt des Feuerwehrchefs bereits vor elf Jahren abgegeben hatte, war die Verbindung zu seinen Kameraden ungebrochen. Er gehörte weiterhin der Reserveabteilung an und sollte eigentlich am Wochenende noch einen Ausbildungskurs leiten.
Sein emotionaler Abschied als Wehrführer im Februar 2015 bleibt unvergessen. Vor versammelter Mannschaft brach Mohrholz damals in Tränen aus - so schwer fiel es ihm, nach zwölf Jahren seinen geliebten Dienst freiwillig aufzugeben. Mit seiner energischen Art hatte er es stets verstanden, die Truppe zusammenzuhalten und zu motivieren.
Vom Feuerwehr-Burnout zur Bauhof-Leitung
In einem Gespräch mit dem Nordkurier hatte Mohrholz einmal erklärt, dass sich bei ihm so etwas wie ein Feuerwehr-Burnout eingestellt habe. Er fühlte sich ausgebrannt und reagierte in angespannten Situationen besonders empfindlich. Doch seine Verbundenheit zur Feuerwehr blieb ungebrochen.
Bürgervorsteherin Kerstin Mahnke und Bürgermeister Axel Müller würdigten in einem gemeinsamen Nachruf: „Viele Feuerwehrkameradinnen und -kameraden haben durch ihn gelernt, was Kameradschaft, Pflichtbewusstsein und Einsatzbereitschaft wirklich bedeuten.“ Die Feuerwehr sei für ihn nicht nur eine Aufgabe, sondern eine tiefe Überzeugung gewesen.
Besonnene Führung am Stadtbauhof
Nach seinem Abschied von der Feuerwehrführung blieb Andreas Mohrholz der Stadt Malchin in leitender Funktion erhalten. Seit 2008 leitete er den Malchiner Stadtbauhof und führte diese Position bis zu seiner Pensionierung Ende 2024 aus. Kaum eine Stelle steht in Malchin so sehr im öffentlichen Fokus wie die des Bauhof-Chefs.
Ob bei Grünpflege, Winterdienst oder Straßenreinigung - Mohrholz musste immer wieder erklären, dass seine Mitarbeiter nicht gleichzeitig überall sein konnten. Er nahm seine Kollegen in Schutz, nahm aber auch die Beschwerden der Malchiner Bürger ernst. Im Rathaus-Nachruf heißt es: „Er packte an, blieb auch in schwierigen Situationen besonnen und war jemand, an den man sich wenden konnte.“
Steigendes Ansehen trotz wachsender Aufgaben
Unter seiner Führung stieg das Ansehen des Bauhofs in Malchin enorm, obwohl durch Gemeindefusionen mit immer mehr Ortsteilen auch ständig neue Aufgaben hinzukamen. Mohrholz meisterte diese Herausforderungen mit Umsicht und Engagement.
Würdigung im Rathaus
Seit Dienstag erinnert ein Foto im Foyer des Rathauses an den Verstorbenen. Daneben steht geschrieben: „Wir verlieren mit ihm nicht nur einen ehemaligen Mitarbeiter und engagierten Feuerwehrmann, sondern einen Menschen, der Spuren hinterlassen hat - in unserer Arbeit, im Ehrenamt und in vielen persönlichen Begegnungen. Sein Wirken wird bleiben, ebenso die Erinnerung an einen aufrechten, verantwortungsbewussten und verlässlichen Menschen.“
Die Stadt Malchin trauert um einen Mann, der sowohl im Beruf als auch im Ehrenamt Maßstäbe setzte und dessen Vermächtnis in der Gemeinschaft fortleben wird.



