Malchins Bahnhofs-Umbau: Neue Strategie mit Bürgerbeteiligung und politischen Gesprächen
Seit über einem Jahrzehnt steht das imposante Bahnhofsgebäude in Malchin leer, nachdem das kleine Bahn-Service-Zimmer Ende des vergangenen Jahres endgültig geräumt wurde. Fahrkarten werden hier schon lange nicht mehr verkauft. Doch was geschieht mit diesem denkmalgeschützten Bauwerk, das einst der Hauptsitz der Friedrich-Franz-Eisenbahn war? Die gemeinnützige Gesellschaft Anima, die das Gebäude vor gut zehn Jahren erwarb, hat zwar ambitionierte Pläne, scheiterte bisher jedoch an der Finanzierung.
Ehrgeizige Pläne und finanzielle Hürden
Klaus Schmidt, ehrenamtlicher Geschäftsführer der Anima gGmbH, bekräftigt gegenüber dem Nordkurier, dass die ursprünglichen Umbaupläne weiterhin Bestand haben. Vorgesehen sind ein Restaurant mit Inklusionsbetrieb, ein Café-Bistro, eine Senioren-Pflege-WG, eine Tagespflegeeinrichtung sowie mehrere Ferienwohnungen. Diese Visionen sind aktueller denn je, betont Schmidt, doch die Gesellschaft konnte bisher keine Fördermittel für die Umsetzung akquirieren.
Die Bausumme wurde bereits im Jahr 2022 mit beeindruckenden 4,456 Millionen Euro beziffert. Schmidt macht dabei die Landesregierung für die strukturelle Schwäche der Malchiner Region verantwortlich und fordert finanzielle Unterstützung als Ausgleich, um eine weitere Abkopplung der Region zu verhindern.
Neue Wege: Bürgerengagement und politischer Dialog
In einer strategischen Neuausrichtung schlägt Schmidt nun einen mehrgleisigen Ansatz vor:
- Ein Auftaktgespräch mit den Fraktionsvorsitzenden der Stadtvertretung, dem Bürgermeister, beiden Stadträten und einem Vertreter der Ehrenamtsstiftung zur Auslotung möglicher Förderwege
- Die Vereinbarung der Sanierung als gemeinsames Vorhaben von Stadt und Gesellschaft
- Eine umfassende Bürgerbeteiligung zur Einbindung engagierter Malchiner
„Letztlich wäre es ein Riesenerfolg, wenn es uns – Stadt Malchin und Anima gGmbH – gelänge, Malchiner Bürger zu gewinnen, sich ehrenamtlich für die Sanierung ‚mit Kopf, Herz und/oder Hand‘ zu engagieren“, erklärt Schmidt seine Vision.
Zukunftsgespräche und politische Einbindung
Für den 25. Juni plant Anima ein bedeutendes „Zukunftsgespräch“, zu dem alle Parteivorsitzenden und die Landtagswahl-Direktkandidaten des Wahlkreises Malchin/Altentreptow eingeladen werden sollen. Im Mittelpunkt stehen Fragen der Förderung und Zukunftsperspektiven für den Bahnhof. Interessierte Bürger aus Malchin sollen ebenfalls teilnehmen können – eine Lehre aus dem gescheiterten „Bahnhofsgipfel“ des vergangenen Jahres, bei dem außer dem Bürgermeister niemand der Eingeladenen erschienen war.
Schmidt betont den gemeinnützigen Charakter des Vorhabens und verweist auf verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten seitens der Stadt, die von direkten Finanzspritzen bis zu wertvoller ideeller Hilfe reichen könnten. Die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes soll nicht nur architektonisches Erbe bewahren, sondern auch wichtige soziale und touristische Funktionen für die Region erfüllen.



