Schwesig attackiert Bahnchefin: Verzögerung bei Berlin-Hamburg-Strecke sorgt für Empörung
Schwesig attackiert Bahnchefin nach Verzögerung Berlin-Hamburg

Schwesig attackiert Bahnchefin: Verzögerung bei Berlin-Hamburg-Strecke sorgt für Empörung

Die Generalsanierung der Bahnstrecke Berlin-Hamburg verzögert sich wochenlang. Das gab die Deutsche Bahn am Montagabend kurzfristig bekannt und löste damit heftige Kritik aus. Besonders deutlich äußerte sich Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, die in einem Video auf Facebook Bahnchefin Evelyn Palla scharf attackierte.

„Bürger können sich auf Bahn nicht verlassen“

In ihrem emotionalen Beitrag betonte Schwesig, dass viele Pendler bereits durch die neunmonatige Sperrung der Strecke „angenervt“ seien. Die nun angekündigte Verzögerung bei der Fertigstellung komme völlig ohne Vorwarnung. Die SPD-Politikerin gab bekannt, dass sie erst in der vergangenen Woche mit Bahnchefin Palla gesprochen und nachgefragt habe, ob der ursprüngliche Termin am 30. April gehalten werden könne. „Da war noch alles in Ordnung“, erklärte Schwesig. „Doch ein paar Tage später ist wieder alles anders. Und genau das ist Problem der Deutschen Bahn: Dass die Bürger und Bürgerinnen sich einfach nicht darauf verlassen können.“

Schwesig forderte die Bahn auf, jetzt alles dafür zu tun, dass die Strecke wie geplant zum 1. Mai wieder eröffnet wird. Die Ministerpräsidentin, die seit über einem Jahrzehnt im politischen Geschäft ist und die Klaviatur öffentlichkeitswirksamer Auftritte perfekt beherrscht, nutzte die Gelegenheit, um ihrem Unmut freien Lauf zu lassen.

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Grüne schließen sich der Kritik an

Auch Jutta Wegner, verkehrspolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion, äußerte scharfe Kritik an der Deutschen Bahn. „Neun Monate Vollsperrung reichen offenbar immer noch nicht aus, um auf einer der wichtigsten Schienenstrecken des Landes wieder verlässlich Züge fahren zu lassen. Das ist ein Armutszeugnis für das Projektmanagement der Bahn – und eine schlechte Nachricht für alle Fahrgäste.“

Den Verweis der Bahn auf strengen Frost als Grund für die Verzögerung ließ Wegner nicht gelten: „Winterwetter darf niemanden überraschen – erst recht nicht bei einer monatelang geplanten Generalsanierung. Es war schlicht keine gute Idee, diese zentrale Korridorsanierung über die Wintermonate zu ziehen.“

Die Situation zeigt erneut die Schwierigkeiten bei Großprojekten der Deutschen Bahn und unterstreicht die Frustration von Politikern und Bürgern über mangelnde Planungssicherheit im Schienenverkehr.

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