Stralsund beendet Zusammenarbeit mit Reparaturwerft Strela Shiprepair
Die Hansestadt Stralsund hat die Pachtverträge mit der Strela Shiprepair GmbH für die Hallen und Flächen auf der Volkswerft Stralsund ordentlich gekündigt. Nach drei Jahren beendet die Stadt damit die Zusammenarbeit mit dem Schiffbauer auf dem historischen Werftgelände. Die Stadtverwaltung begründete diesen Schritt damit, dass sie eine weitere Kooperation als nicht erfolgversprechend ansieht.
Unternehmen plant trotz Kündigung weiterzuarbeiten
Ein Unternehmenssprecher von Strela Shiprepair zeigte sich auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur zuversichtlich: „Wir prüfen die Lage rechtlich und sind zuversichtlich.“ Das Unternehmen betonte, dass die Aufträge für das laufende Jahr gesichert seien und man normal weiterarbeite und plane. In dem Kündigungsschreiben der Stadt werde zudem über einen langen Zeitraum gesprochen, was die Situation zusätzlich kompliziert.
Historischer Werftstandort im Wandel
Die Reparaturwerft Strela Shiprepair hatte seit 2023 auf dem Volkswerftgelände in Stralsund Schiffe saniert und repariert. Nach der Pleite der MV Werften hatte die Stadt das Areal übernommen und entwickelt dort seitdem einen maritimen Industrie- und Gewerbepark mit mehreren Pächtern, die nicht ausschließlich aus dem Schiffbau stammen.
Nach dem Rückzug des norwegischen Schiffbauers Fosen hatte Strela Shiprepair auch die große Volkswerfthalle genutzt. Interessanterweise wird genau diese Halle ab März vom Schiffbauer Fassmer mit Sitz im niedersächsischen Berne gepachtet. Stralsunds Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) hatte Ende vergangenen Jahres allerdings betont, dass es Absprachen mit Fassmer gebe, damit Strela Shiprepair auch weiterhin die große Halle nutzen könne.
Bleibelastung in Werfthalle erfolgreich beseitigt
Parallel zu diesen Entwicklungen sind die Reinigungsarbeiten in der Volkswerfthalle nach einer Bleibelastung nun abgeschlossen. Die Stadt bestätigte einen entsprechenden Bericht des Norddeutschen Rundfunks. Insgesamt hatten sich 19 Werftarbeiter mit Blei kontaminiert, wobei bei neun Personen ein erhöhter Wert über dem biologischen Grenzwert ermittelt worden war.
Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) geht davon aus, dass die Kontamination mit hoher Wahrscheinlichkeit im Herbst 2023 durch das Entfernen von Farbanstrichen verursacht wurde. Damals wurde an den Traditionsseglern „Gorch Fock 1“ und „Greif“ gearbeitet.
Die Stadt hatte nach Bekanntwerden der Berichte umgehend ein wissenschaftlich fundiertes Gutachten in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse, die Ende Januar vorgestellt wurden, zeigen, dass die Messung der Raumluft ergab, dass die strengen Arbeitsplatz-Grenzwerte deutlich unterschritten sind. Dies gilt sogar für die künftig vorgesehenen, noch strengeren Grenzwerte.
Zukunft des maritimen Standorts
Die Entwicklung auf dem Volkswerftgelände in Stralsund zeigt die komplexen Herausforderungen des Strukturwandels in der maritimen Industrie. Während die Stadt versucht, das Gelände als gemischten Gewerbepark zu entwickeln, müssen bestehende Unternehmen wie Strela Shiprepair mit unerwarteten Veränderungen umgehen. Die jüngsten Ereignisse – von der Bleibelastung bis zur Pachtkündigung – unterstreichen die Dynamik dieses Transformationsprozesses in der traditionsreichen Schiffbauregion Mecklenburg-Vorpommern.



