Holocaust-Überlebender Albrecht Weinberg feiert 101. Geburtstag – Respekt von Ministerpräsident
101. Geburtstag von Holocaust-Überlebendem Albrecht Weinberg

Ein Jahrhundertzeuge: Albrecht Weinberg wird 101 Jahre alt

Zu seinem 101. Geburtstag hat der Holocaust-Überlebende Albrecht Weinberg herzliche Glückwünsche von der niedersächsischen Landesregierung erhalten. Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) übermittelte in einem persönlichen Schreiben seinen tiefen Respekt und seine Dankbarkeit für Weinbergs unermüdliches Engagement.

Überlebender von drei Konzentrationslagern

Albrecht Weinberg hat Schreckliches durchlitten: Er überstand die Konzentrationslager Auschwitz, Mittelbau-Dora im Harz und Bergen-Belsen bei Celle. Zudem musste er mehrere grausame Todesmärsche überstehen. Seine jüdische Familie wurde von den Nationalsozialisten fast vollständig ausgelöscht – ein Verlust, der ihn bis heute prägt.

Im Jahr 2012 kehrte Weinberg gemeinsam mit seiner Schwester aus den Vereinigten Staaten in seine ostfriesische Heimat zurück. Seitdem widmet er sich einer besonderen Mission: Als Zeitzeuge besucht er regelmäßig Schulen und berichtet jungen Menschen von den Gräueltaten des Holocaust. Seine authentischen Schilderungen hinterlassen bei Schülerinnen und Schülern bleibende Eindrücke und wirken weit über den Moment des Erzählens hinaus.

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Unermüdlicher Kämpfer gegen Antisemitismus

Weinbergs Engagement beschränkt sich nicht auf die reine Weitergabe seiner Erfahrungen. Der 101-Jährige tritt entschlossen gegen Antisemitismus und rechtsextreme Tendenzen in der Gesellschaft ein. Im vergangenen Jahr machte er seine Besorgnis über den erstarkenden Rechtsextremismus in Deutschland deutlich.

Als die Union mit Unterstützung der AfD einen Bundestagsantrag zur Migrationspolitik durchsetzte, reagierte Weinberg mit einer symbolträchtigen Geste: Aus Protest gab er sein Bundesverdienstkreuz an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zurück. Diese Handlung unterstreicht seine tiefe Überzeugung, dass die Werte der Demokratie stets verteidigt werden müssen.

Ministerpräsident würdigt historische Bedeutung

In seinem Glückwunschschreiben betonte Ministerpräsident Olaf Lies die immense Bedeutung von Weinbergs Wirken in der heutigen Zeit. „Gerade heute, da antisemitische Einstellungen und demokratiefeindliche Haltungen sichtbarer werden, ist Ihr Engagement von großer Wichtigkeit“, schrieb der Regierungschef.

Lies weiter: „Albrecht Weinberg erinnert uns eindringlich daran, dass die Würde des Menschen, gegenseitiger Respekt und Verantwortung das Fundament unseres Zusammenlebens bilden. Sein Einsatz mahnt uns, die Erinnerung wachzuhalten und uns aktiv für Demokratie, Freiheit und Menschlichkeit einzusetzen.“

Die Staatskanzlei in Hannover teilte mit, dass Weinberg als Überlebender der nationalsozialistischen Verfolgung unermessliches Leid erfahren habe. Dass er dennoch über viele Jahre hinweg bereit war, seine traumatischen Erfahrungen öffentlich zu teilen, verdiene höchsten Respekt und große Dankbarkeit.

Albrecht Weinbergs Leben steht symbolisch für Widerstandskraft, Erinnerungskultur und den unerschütterlichen Kampf für eine humane Gesellschaft. Sein 101. Geburtstag ist nicht nur ein persönliches Jubiläum, sondern eine Gelegenheit, seine Botschaft der Versöhnung und Wachsamkeit erneut in den Mittelpunkt zu rücken.

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