Niedersachsen verschärft Tariftreue: Öffentliche Aufträge nur noch bei Tarifzahlung
Niedersachsen: Öffentliche Aufträge nur bei Tarifzahlung

Niedersachsen verschärft Vorgaben für öffentliche Aufträge

Unternehmen in Niedersachsen sollen in Zukunft nur noch dann öffentliche Aufträge erhalten, wenn sie ihre Beschäftigten nach Tarif bezahlen. Dies sieht ein neues Tariftreue- und Vergabegesetz vor, das die rot-grüne Landesregierung auf den Weg gebracht hat. Das Kabinett hat sich bereits mit dem Gesetzentwurf befasst, der nun dem Landtag zur Beratung vorgelegt wird.

Ziel: Niedersachsen als 'Land der guten Arbeit'

Arbeitsminister Andreas Philippi (SPD) betonte, dass gute Arbeitsbedingungen ein entscheidender Standortfaktor seien. 'Gute Arbeitsbedingungen sind wirklich ein wichtiger Standortfaktor und damit ein zentraler Beitrag zur Fach- und Arbeitskräftesicherung', sagte Philippi. Das neue Gesetz sei ein 'extrem wichtiger Baustein', um Niedersachsen zum 'Land der guten Arbeit' zu machen. Er geht davon aus, dass sich die Reform positiv auf den Wirtschaftsstandort auswirken wird.

Kontrollen durch neue Servicestelle

Die Einhaltung der Tariftreue-Regeln soll künftig durch eine neu eingerichtete Servicestelle im Arbeitsministerium überwacht werden. Diese Stelle wird mit drei Mitarbeitern besetzt sein und stichprobenartige Kontrollen durchführen. Bei Verstößen drohen Unternehmen empfindliche Sanktionen, darunter:

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  • Geldstrafen
  • Entzug von Aufträgen
  • Weitere rechtliche Konsequenzen

Diese Maßnahmen sollen sicherstellen, dass die Vorgaben konsequent umgesetzt werden.

Vereinfachung und Beschleunigung von Vergaben

Neben der Stärkung der Tariftreue zielt das Gesetz auch darauf ab, Vergabeverfahren zu beschleunigen. Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne (SPD) sprach von einem 'Turbo' für die regionale Wirtschaft. Durch die Vereinfachung von Nachweispflichten und die Erhöhung von Wertgrenzen für Direktaufträge sollen Kommunen Aufträge schneller vergeben können. 'Man packe das Gesetz auch an, damit es in unseren Rathäusern und auf den Baustellen schneller vorangeht', erklärte Tonne. Dies soll dazu führen, dass öffentliche Gelder rascher in Projekte und Unternehmen fließen.

Unterstützung vom Deutschen Gewerkschaftsbund

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) begrüßte den Gesetzentwurf ausdrücklich. Ernesto Harder, Vorsitzender des DGB Niedersachsen, sagte: 'Die Zeit für Tariftreue ist reif. Die Menschen wollen, dass Tarife gelten, wenn öffentliches Geld fließt.' Er forderte, dass der Landtag das Gesetz zügig beschließen solle, um die geplanten Verbesserungen rasch umzusetzen.

Nächste Schritte im parlamentarischen Verfahren

Der Gesetzentwurf soll in der kommenden Woche erstmals im Landtag von Niedersachsen beraten werden. Der genaue Zeitpunkt des Inkrafttretens hängt vom weiteren Verlauf des parlamentarischen Verfahrens ab. Die Landesregierung zeigt sich optimistisch, dass die neuen Regeln bald Wirkung entfalten und sowohl die Arbeitsbedingungen als auch die Wirtschaftsdynamik in Niedersachsen stärken werden.

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