Das bei Touristen äußerst beliebte Gastro-Schiff „MS Vaterland“ ist im April im vorpommerschen Ostsee-Hafen Lubmin gesunken. Seitdem liegt der Stahlkoloss auf Grund. Die genaue Ursache für den Untergang bleibt weiterhin ungeklärt, und die Bergung gestaltet sich schwierig.
Ursache für den Untergang ungeklärt
Perry Schongalla, Inhaber von Moses maritime Dienstleistungen, erinnert sich noch genau an den Einsatz. „Als wir gegen 7.30 Uhr am Schiff ankamen, befand es sich bereits in einer deutlichen Schräglage, und der Bug war unter Wasser“, berichtet der Helfer. Auch stärkere Pumpen von THW und Feuerwehr konnten das Sinken nicht verhindern. „Schlussendlich lief das Schiff randvoll, und wir mussten es kontrolliert sinken lassen“, so Schongalla.
Warum das Schiff sank, ist bis heute unklar. Die Gefahr durch austretende Betriebsstoffe sei jedoch mittlerweile eingedämmt. „Wir haben Barrikaden aufgebaut. Das Schiff liegt sicher im Hafen und stellt keine Gefahr für die Schifffahrt dar“, versichert der Fachmann.
Verschiedene Bergungstechniken möglich
Einen Bergungsauftrag hat Schongalla vom Eigentümer erhalten. Wann die Arbeiten beginnen können, ist offen. „Ein Gutachter der Versicherung war vor Ort. Die Abstimmung zwischen Eigner, Versicherung und Wasserschutzpolizei dauert an“, erklärt er. Mehrere Bergungsvarianten stehen zur Diskussion: „Wir könnten das Schiff mit Kränen heben oder mit Schwimmsäcken abtransportieren. Dafür müsste es zunächst leergepumpt werden.“ Auch eine Zerlegung vor Ort sei denkbar: „Man baut ein Trockendeck, pumpt das Wasser beiseite und zerlegt das Schiff auf dem Meeresgrund.“
Eigentümer schweigt
Der Eigner, die Marina Lubmin, wollte sich auf Anfrage nicht zu den Plänen äußern. Das 1942 als Kriegsschiff gebaute MS Vaterland diente im Zweiten Weltkrieg als Minenleger und später unter verschiedenen Namen in Ost- und Westdeutschland. Zuletzt war es ein schwimmendes Restaurant mit Platz für bis zu 35 Personen und eine beliebte Anlaufstelle für Strandbesucher und Touristen in Lubmin.
Bis zur Bergung wird es laut Schongalla noch Wochen oder Monate dauern. „Ich kann nicht abschätzen, wann es so weit ist. Aber sobald ich das Go von der Versicherung habe, bin ich bereit“, sagt er.



