Landtagswahl in Rheinland-Pfalz: Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und SPD
In der zweiten Landtagswahl des Superwahljahres deutet sich ein extrem knappes Finale an. Eine neue Infratest-Umfrage zeigt die CDU mit 29 Prozent (+1 Prozent) knapp vor der SPD mit 28 Prozent. Damit liegen beide Parteien fast gleichauf in diesem Machtkampf um die Regierung in Mainz.
Skandal überschattet Wahlkampf – Wähler unbeeindruckt
Der Wahlkampf wird von einem Sonderurlaub-Skandal überschattet. Eine Beamtin aus dem SPD-geführten Innenministerium, die seit Dezember 2024 beurlaubt ist, leitet den SPD-Wahlkampf. Interessanterweise scheint dies die Wähler bislang nicht besonders zu stören. Die Sozialdemokraten gewannen in der Umfrage sogar einen Prozentpunkt hinzu.
Die Umfrage fand zwischen dem 9. und 11. März statt, als die Affäre bereits voll im Gange war. Dennoch zeigen die Zahlen, dass die Wähler von Skandal und auch vom TV-Duell unbeeindruckt bleiben.
Koalitionsmöglichkeiten nach der Wahl
Nach aktuellem Stand wären nur zwei Koalitionen möglich: Schwarz-Rot oder Rot-Schwarz. Die Grünen verlieren weiter und liegen bei 8 Prozent (–1 Prozent), während die FDP definitiv aus dem Landtag ausscheiden würde. Die AfD bleibt unverändert bei 19 Prozent, und die Freien Wähler erreichen 4,5 Prozent.
Eine Wiederauflage der aktuellen Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP ist nicht mehr möglich. Auch eine Rot-rot-grüne Koalition hat keine Chance. Rein rechnerisch wäre zwar eine Koalition beider großen Parteien mit der AfD möglich, doch CDU und SPD schließen dies kategorisch aus.
Personalisierter Machtkampf
Herausforderer Gordon Schnieder (50, CDU) will nach 35 Jahren die Dauerregentschaft der Sozialdemokraten beenden und Amtsinhaber Alexander Schweitzer (52, SPD) ablösen. Auch Schweitzer stellt sich zum ersten Mal dem Votum der Bürger – er übernahm im Sommer 2024 das Ministerpräsidenten-Amt von Malu Dreyer (65).
In ihrer Amtszeit hatte Dreyer das Flut-Versagen, Rücktritte und Skandale unbeschadet überstanden. Nun scheint auch Schweitzer bei der Sonderurlaub-Affäre davonzukommen.
Direktwahl zum Ministerpräsidenten
Bei der Frage, wen die Wähler direkt zum Ministerpräsidenten wählen würden, nannten 38 Prozent Alexander Schweitzer und 21 Prozent Gordon Schnieder. Die Umfrage basiert auf Befragungen von 1534 Wahlberechtigten.
In Rheinland-Pfalz wird am Sonntag kommender Woche ein neuer Landtag gewählt. Derzeit regiert noch eine Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP unter Ministerpräsident Alexander Schweitzer. Das Rennen bleibt bis zum Schluss spannend und könnte über die politische Zukunft des Bundeslandes entscheiden.



