Schweitzer kritisiert Bundes-SPD vor Landtagswahl: „Wir müssen alleine gewinnen“
Schweitzer stichelt gegen Bundes-SPD vor Wahl in Rheinland-Pfalz

Schweitzer ringt mit CDU-Herausforderer und eigener Partei

Es ist der selbsterklärte Kampf seines politischen Lebens: SPD-Ministerpräsident Alexander Schweitzer (52) ringt bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz an diesem Sonntag nicht nur mit seinem Herausforderer Gordon Schnieder (50, CDU), sondern auch mit seiner eigenen Partei auf Bundesebene. Gegenüber Medien äußerte Schweitzer deutliche Kritik an der Bundes-SPD: „Ich habe Unterstützung, aber keinen Rückenwind gespürt“. Darauf habe er es allerdings auch nicht angelegt, betonte der Regierungschef.

„Wir müssen diese Wahl alleine gewinnen“

Schweitzer machte unmissverständlich klar: „Mir war immer bewusst: Wir müssen diese Wahl alleine gewinnen, wenn wir sie gewinnen wollen.“ Diese Aussage unterstreicht die Distanz, die der beliebte Landesvater zur schwächelnden Bundespartei hält. Obwohl Schweitzer der mit Abstand populärste Politiker in seinem Bundesland ist, liegt die SPD in aktuellen Umfragen dennoch knapp hinter der CDU.

Dass die Sozialdemokraten in Rheinland-Pfalz trotz des beliebten Ministerpräsidenten in den Umfragen zurückliegen, dürfte vor allem an der historisch schwachen Bundes-SPD um die Parteichefs Lars Klingbeil (48) und Bärbel Bas (57) liegen. Dass es überhaupt zu einem Kopf-an-Kopf-Finale kommt, wird allgemein als Verdienst Schweitzers angesehen. „Ich gehe davon aus, dass es reicht“, sagte er zu seiner Einschätzung des Wahlausgangs. Über mögliche Alternativen möchte er sich noch keine Gedanken machen.

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Wahlkampfabschluss mit SPD-Granden und kontroversem Humor

Zum Wahlkampfabschluss am Freitagabend in Landau fuhr Schweizer noch einmal alle Register: Die SPD-Granden Rudolf Scharping (78), Kurt Beck (77) und Malu Dreyer (65) – alle seine Vorgänger im Amt des Ministerpräsidenten – gaben sich die Klinke in die Hand und unterstützten den Amtsinhaber. Ex-SPD-Chef Kurt Beck äußerte die Hoffnung, dass die Wählerinnen und Wähler die Leistungen in Rheinland-Pfalz bewerten und nicht die allgemeine, eher gedrückte Stimmung im Land.

In Landau war die Stimmung jedenfalls prächtig: Malu Dreyer tanzte und sang, Schweitzer zapfte Bier für die Parteigenossen. Ein gebuchter Comedian machte auf der Bühne unter lautem Gelächter Witze über die Frisur von Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) und bezeichnete Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (52, CDU) als „Gaswirtschafts-Zombie“, der „von hier bis durch nach Kuwait bohren will“. Schweitzer distanzierte sich später von diesen Äußerungen: „Das ist das freie Wort des Künstlers. Ich benutze andere Begriffe und mache mir das nicht zu eigen.“

Fairer Wahlkampf und Vorbereitungen für beide Szenarien

Tatsächlich hat Schweitzer im Wahlkampf fair gespielt und lieber auf sein Image als bodenständiger Landesvater gesetzt, der die Belange Rheinland-Pfalzs in den Mittelpunkt stellt. Für den Fall einer Niederlage hat er seinen Abschied aus der Politik angekündigt – aber daran glaubt er offenbar nicht ernsthaft. Nach Informationen haben die Sozialdemokraten für den Wahlsonntag bereits zwei Nachtclubs in der Landeshauptstadt Mainz gemietet, um einen möglichen Sieg gebührend zu feiern.

Die Spannung vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz ist greifbar. Während Schweitzer auf seine Beliebtheit und die positive Bilanz seiner Landesregierung setzt, muss er gleichzeitig die Belastung durch die schwache Bundes-SPD kompensieren. Sein klarer Appell – dass die Wahl alleine gewonnen werden muss – zeigt sowohl Entschlossenheit als auch die realistische Einschätzung der politischen Lage. Nun bleibt abzuwarten, ob die Wählerinnen und Wähler dem Ministerpräsidenten ihr Vertrauen erneuern oder der CDU unter Gordon Schnieder den Regierungsauftrag erteilen werden.

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