Bund investiert 170 Millionen Euro in Sachsens Autobahnen: Baustellen erfordern Geduld
Der Bund investiert im laufenden Jahr insgesamt 170 Millionen Euro in die Autobahnen Sachsens. Christian Milster, Leiter der Außenstelle Dresden der Autobahn GmbH des Bundes, betonte: „Das ist ein Betrag, der nicht jedes Jahr zur Verfügung steht.“ Das Investitionsvolumen steigt damit deutlich an, nachdem in den vergangenen beiden Jahren jeweils rund 130 Millionen Euro bereitstanden.
Erneuerungsbedarf durch Alter und Schäden
Grund für die erhöhten Investitionen ist der dringende Bedarf an Erneuerungen. Viele Fahrbahnen und Brückenbauwerke haben aufgrund von Schäden oder ihrem Alter die Grenzen ihrer Lebenszeit erreicht. Im Verantwortungsbereich der Außenstelle Dresden liegen etwa 1.000 Kilometer Fahrbahn und rund 1.000 Brückenbauwerke, die dringend saniert werden müssen.
Baustellenschwerpunkte im Jahr 2026
Die Schwerpunkte der Baumaßnahmen im Jahr 2026 liegen laut Milster auf folgenden Strecken:
- A4 im Bereich des Autobahnkreuzes Chemnitz sowie in Ostsachsen
- A72 im Bereich Leipzig
- A38 im Bereich Leipzig
Ziel ist es, sämtliche Baumaßnahmen unter laufendem Verkehr abzuwickeln, um die Beeinträchtigungen für Autofahrer so gering wie möglich zu halten. Dennoch müssen sich Verkehrsteilnehmer in diesem Jahr auf zahlreiche Baustellen und entsprechende Verzögerungen einstellen.
Keine ruhigen Jahre in Sicht
Der Investitionsbedarf bleibt auch in Zukunft hoch. Milster prognostiziert, dass es in den kommenden 10 bis 15 Jahren „keine ruhigen Jahre“ geben wird. Viele Strecken sind sanierungsbedürftig und werden kontinuierlich erneuert werden müssen, um die Sicherheit und Funktionalität des Autobahnnetzes zu gewährleisten.
Lückenschluss der A72 bis Ende 2027 geplant
Ein besonderes Highlight ist der von vielen Pendlern sehnsüchtig erwartete Lückenschluss der A72 zwischen Chemnitz und Leipzig. Annette Möbius, zuständige Fachbereichsleiterin, stellt diesen für Ende 2027 in Aussicht. In diesem Jahr wird auf dem letzten im Bau befindlichen Teilstück zwischen Rötha und dem Autobahnkreuz Leipzig vor allem die Fahrbahn in Richtung Leipzig fertiggestellt.
Dabei wird die bislang genutzte Betonfahrbahn im letzten Schritt durch sogenannten offenporigen Asphalt ersetzt, der umgangssprachlich auch als „Flüsterasphalt“ bekannt ist. Diese innovative Fahrbahnoberfläche reduziert nicht nur den Lärm, sondern verbessert auch die Sicherheit bei nassen Witterungsbedingungen. Ab Oktober beginnen die Arbeiten in der Gegenrichtung, sodass der vollständige Lückenschluss in greifbare Nähe rückt.
Fazit
Die Investitionen des Bundes in Sachsens Autobahnen sind ein wichtiger Schritt zur Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur. Trotz der zahlreichen Baustellen und der damit verbundenen Geduld, die Autofahrer aufbringen müssen, sind die Maßnahmen essenziell für die langfristige Sicherheit und Leistungsfähigkeit des Straßennetzes. Der Lückenschluss der A72 wird zudem die Verbindung zwischen Chemnitz und Leipzig deutlich verbessern und die Pendlerfreundlichkeit erhöhen.



