Dresden erklärt Zentrum zur Sicherheitszone für Gedenktage
Dresden: Zentrum wird Sicherheitszone für Gedenktage

Dresdner Zentrum wird an Gedenktagen zur Sicherheitszone erklärt

Anlässlich des 81. Jahrestags der Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg hat die Stadt für Freitag und Samstag zahlreiche Veranstaltungen angemeldet. Um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten und Anwohner sowie Einsatzkräfte zu schützen, wird das Stadtzentrum an diesen Tagen zu einer Sicherheitszone erklärt. Dies geschieht durch eine Allgemeinverfügung, die strenge Vorgaben für Teilnehmer enthält.

Strenge Regeln für Versammlungen und Veranstaltungen

Die Stadt Dresden hat in ihrer Verfügung klare Verbote und Einschränkungen festgelegt. Verboten sind unter anderem:

  • Messer und andere Waffen
  • Baseballschläger oder Stahlrohre
  • Steine, Eier und Feuerwerk
  • Fackeln

Zudem dürfen Teilnehmer durch ihre Kleidung oder ihr Verhalten kein einschüchterndes oder gewaltbereites Erscheinungsbild erzeugen. Geschlossenes Marschieren im Gleichschritt ist untersagt. Auch die Lautstärke ist begrenzt: Lautsprecheranlagen dürfen 90 Dezibel nicht überschreiten, was etwa der Lautstärke einer lauten Fabrikhalle entspricht. Bei Verstößen drohen ein Ausschluss von der Versammlung und mögliche strafrechtliche Konsequenzen.

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Betroffenes Gebiet umfasst mehrere Stadtteile

Die Sicherheitszone erstreckt sich nicht nur auf die Altstadt, sondern auch auf große Teile der Stadtteile Neustadt, Friedrichstadt und Plauen. Explizit einbezogen sind die Bahnhöfe in diesen Bereichen. Dies liegt daran, dass sich die Anreise der Teilnehmer aufgrund von Gleisbauarbeiten voraussichtlich nicht am Hauptbahnhof konzentriert. Die Landeshauptstadt rechnet mit damit einhergehenden Konfliktpunkten und hat entsprechende Maßnahmen ergriffen.

Hintergrund: Zerstörung Dresdens und Instrumentalisierung

Dresden wurde am 13. Februar 1945 und in den folgenden Tagen bei Angriffen britischer und amerikanischer Bomber schwer zerstört. Nach Angaben einer Historikerkommission kamen dabei bis zu 25.000 Menschen ums Leben. Diese Ereignisse werden regelmäßig von Rechtsextremisten instrumentalisiert, um die Kriegsschuld Deutschlands zu relativieren. In diesem Jahr haben Rechtsextreme für Samstag zu einem sogenannten «Trauermarsch» aufgerufen, für den 1.000 Teilnehmer angemeldet wurden. Im Jahr 2025 waren mehr als doppelt so viele Teilnehmer gekommen.

Gegenprotest und Gedenkveranstaltungen

Das Bündnis «Dresden Wi(e)dersetzen» organisiert einen Gegenprotest und erwartet mehrere Tausend Teilnehmer. Am Freitag finden mehrere Gedenkveranstaltungen statt, deren Höhepunkt die Bildung einer Menschenkette sein soll. Diese soll ein Zeichen gegen die Vereinnahmung des Gedenktags setzen. Die Veranstalter rechnen mit bis zu 10.000 Teilnehmern. Die Stadt Dresden betont, dass alle Maßnahmen dazu dienen, ein friedliches und respektvolles Gedenken zu ermöglichen und mögliche Eskalationen zu verhindern.

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