Eklat in Sachsen: Feuerwehrmann bei Einsatz geblitzt – jetzt drohen Bußgeld und Fahrverbot
Er wollte schnell zum Löschen kommen, dann wurde ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr im Einsatzfahrzeug geblitzt. In Taucha in Sachsen gibt es nun einen intensiven Streit über die rechtlichen Konsequenzen. Der Vorfall belastet das Verhältnis zwischen der Feuerwehr und der Stadtverwaltung erheblich.
Der Vorfall im Detail
Ein Feuerwehrmann war mit einem Einsatzfahrzeug auf dem Weg zu einem gemeldeten Brand und wurde dabei geblitzt. Mit mehr als vierzig Kilometern pro Stunde über dem erlaubten Limit war Ray Lange im sächsischen Taucha unterwegs. Die zuständige Behörde forderte daraufhin ein Bußgeld und ein Fahrverbot, woraufhin der Feuerwehrmann umgehend Einspruch einlegte. Dies berichtete ausführlich die Leipziger Volkszeitung.
Hintergrund ist ein konkreter Einsatz im Mai 2025. Auf dem Weg zur dringenden Einsatzstelle wurde das Feuerwehrfahrzeug in einer Tempo-30-Straße geblitzt – mit einer Geschwindigkeit von 69 Kilometern pro Stunde. Der 55-jährige Lange hatte dabei ordnungsgemäß sowohl Blaulicht als auch Martinshorn eingeschaltet, um andere Verkehrsteilnehmer zu warnen.
Die rechtlichen Folgen und der anschließende Konflikt
Rund einen Monat nach dem Einsatz erhielt der Feuerwehrmann Post vom örtlichen Ordnungsamt. In dem offiziellen Schreiben wurde er zur umgehenden Stellungnahme aufgefordert. Die Stadt Taucha verhängte schließlich einen Bußgeldbescheid mit einem Bußgeld von 369 Euro, zwei Punkten in Flensburg sowie einem einmonatigen Fahrverbot.
Es kommt zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen der Feuerwehr und der Verwaltung in der 15.000-Einwohner-Gemeinde Taucha, die nordöstlich von Leipzig liegt. Nach den detaillierten Angaben von Ray Lange wäre ein von der Stadt vorgeschlagener Vergleich einer direkten Anerkennung der Schuld gleichgekommen. Das gesamte Verfahren liegt nun zur weiteren Klärung beim zuständigen Amtsgericht.
Bei einem dringenden Einsatz müsse man zunächst schnell sein – wie groß die tatsächliche Not ist, das erfahren wir erst, wenn wir direkt vor Ort sind, erklärt Lange in einem Video der Leipziger Volkszeitung. 34 Jahre lang war Ray Lange aktiv bei der Freiwilligen Feuerwehr in Taucha engagiert, nach diesem folgenschweren Vorfall ist er jedoch ausgetreten.
Reaktionen und persönliche Konsequenzen
In einem emotionalen offenen Brief, der laut LVZ auf der Jahreshauptversammlung der Tauchaer Wehr verlesen wurde, schreibt der Feuerwehrmann: Nach 34 Jahren Dienst am Bürger ist es für mich unerträglich, dass mir aus meiner Tätigkeit ein persönlicher Schaden erwächst, anstatt Schutz durch die Stadt Taucha zu erfahren, so Lange weiter.
Auch der damalige Stadtwehrleiter zog persönliche Konsequenzen: Er legte sein Amt aus Protest nieder und begründete diesen Schritt unter anderem mit einem nachhaltig gestörten Vertrauensverhältnis zur Stadtverwaltung. Der Bürgermeister der Stadt Taucha betonte indes die große Bedeutung eines respektvollen und fairen Umgangs zwischen Feuerwehr, Verwaltung und lokaler Politik und entschuldigte sich ausdrücklich dafür, dass sich die gesamte Situation so unglücklich entwickelt habe. Das erklärte Ziel sei es nun, die notwendige Zusammenarbeit in Zukunft wieder zu stabilisieren und zu verbessern.



