Sachsens Ministerpräsident Kretschmer warnt: Deutschland durchquert das 'Tal des Todes'
Kretschmer: Deutschland steckt im 'Tal des Todes'

Sachsens Regierungschef Kretschmer warnt vor Wirtschafts- und Energiekrise

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat in der ARD-Talkshow "Maischberger" eindringlich vor einer sich zuspitzenden Wirtschafts- und Energiekrise in Deutschland gewarnt. Der CDU-Politiker forderte angesichts steigender Preise, wachsender Unsicherheit und zunehmenden Drucks auf die Industrie einen grundlegenden Kurswechsel und einen "Pakt für Deutschland".

Energiesofortprogramm reicht nicht aus

Anlass der deutlichen Warnungen ist unter anderem das Energiesofortprogramm der Bundesregierung, das eine Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe um 17 Cent pro Liter vorsieht, um die Energiekrise infolge des Iran-Kriegs abzufedern. Kretschmer räumte zwar ein, dass er diese Maßnahme grundsätzlich richtig finde, betonte jedoch: "Das löst überhaupt kein Problem." Deutschland sei "Weltmeister darin, Symptome zu bekämpfen. Und wir wundern uns, dass die Ursachen nicht weggehen."

Der sächsische Ministerpräsident forderte stattdessen, man müsse "raus aus dem Klein-Klein" und endlich "große Dinge angehen". Es brauche einen "Ruck" für Deutschland und einen Pakt, "bei dem wirklich alle mitmachen".

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Geopolitische Herausforderungen und Wirtschaftskrieg

Kretschmer wies darauf hin, dass sich Deutschland geopolitisch in einer äußerst schwierigen Lage befinde. Das Land befinde sich "in einem großen Wirtschaftskrieg, mit China" und "mit Russland". Hinzu komme, dass man mit den USA unter Donald Trump "auch noch Amerika nicht mehr als Freund, sondern auch noch als Gegner" habe.

Besonders beim Thema Energie müsse sich Deutschland ehrlich fragen, was das Land teuer mache. Kretschmer betonte: "Energie darf kein knappes, teures Gut sein."

Drastische Beschreibung der aktuellen Lage

Die Situation im Land beschrieb der CDU-Politiker mit drastischen Worten: "Der Weg, den wir beschreiten, führt durch ein Tal des Todes. Wir sind gerade mittendrin." Er verwies dabei auf Zehntausende Industriearbeitsplätze, die derzeit jeden Monat verloren gingen.

Auch der Bundesregierung stellte Kretschmer kein gutes Zeugnis aus. Die Koalition habe "nicht nur ein Umsetzungsproblem", sondern auch ein "Erkenntnisproblem", kritisierte der 50-Jährige.

Die Warnungen des sächsischen Ministerpräsidenten kommen zu einem Zeitpunkt, an dem viele Unternehmen und Bürger unter den steigenden Energiekosten und wirtschaftlichen Unsicherheiten leiden. Kretschmers Forderung nach einem grundlegenden Kurswechsel und einem "Pakt für Deutschland" unterstreicht die Dringlichkeit der Situation aus seiner Sicht.

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