Sachsen: Extremismus-Ermittler kommen nicht hinterher - Aufklärungsquote sinkt auf 63 Prozent
Sachsen: Extremismus-Ermittler überlastet - Quote sinkt

Extremismus-Ermittler in Sachsen überlastet: Aufklärungsquote sinkt deutlich

Das Landeskriminalamt (LKA) in Sachsen hat im Jahr 2025 einen deutlichen Anstieg extremistischer Straftaten verzeichnet. Insgesamt wurden 1449 neue Verfahren eingeleitet, das sind 253 Fälle mehr als im Vorjahr 2024 mit 1196 Ermittlungen. Diese Zahlen gehen aus einer Kleinen Anfrage der Linken im Sächsischen Landtag hervor, über die zunächst die „Sächsische Zeitung“ und die „Leipziger Volkszeitung“ berichteten.

Ermittlungen kommen nicht hinterher

Alle Fälle landen beim Polizeilichen Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ) im LKA. Doch die Ermittler können mit dem Zustrom neuer Verfahren kaum Schritt halten. Die Linken-Abgeordnete Juliane Nagel, die die Zahlen regelmäßig im Parlament abfragt, erklärte: „Der Zustrom neuer Fälle ist inzwischen höher als die Zahl der Verfahren, die die Behörde bislang abschließen kann.“

Im Detail: Während 2024 noch 623 Ermittlungen beendet wurden, waren es 2025 zwar 738 abgeschlossene Verfahren – ein Plus von 115. Dieser Anstieg bleibt jedoch deutlich hinter dem Zuwachs neuer Vorgänge von 253 Fällen zurück.

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Besorgniserregender Rückgang der Aufklärungsquote

Gleichzeitig sank die Aufklärungsquote von etwa zwei Dritteln auf nur noch 63 Prozent. Ein Fall gilt dabei bereits als aufgeklärt, sobald ein Tatverdächtiger ermittelt wurde – unabhängig vom späteren Ausgang des Verfahrens.

Das PTAZ nahm 759 unerledigte Verfahren aus dem Vorjahr mit ins neue Jahr 2026, was etwa hundert mehr sind als zwölf Monate zuvor. Von diesen Altfällen bearbeitet die Sonderkommission Rechtsextremismus (Soko Rex) 266 Verfahren, was 35 Prozent entspricht. Diese Spezialeinheit ist auf Straftaten aus dem rechten Spektrum spezialisiert.

Linksextremismus spielt untergeordnete Rolle

Im Vergleich dazu liegt der Anteil linksextremistischer Straftaten deutlich niedriger. Nur 17 Verfahren, das entspricht sechs Prozent, fallen in die Verantwortung der Sonderkommission Linksextremismus.

Die Entwicklung zeigt eine wachsende Herausforderung für die sächsischen Sicherheitsbehörden. Während die Zahl extremistischer Straftaten steigt, geraten die Ermittlungskapazitäten zunehmend an ihre Grenzen. Die sinkende Aufklärungsquote könnte langfristig die Effektivität der Extremismusbekämpfung beeinträchtigen.

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