Schmalspurbahnen in Sachsen: Ein schwieriges Jahr mit vielen Herausforderungen
Die traditionsreichen Schmalspurbahnen im Dresdner Umland haben im vergangenen Jahr mit erheblichen Problemen zu kämpfen gehabt. Ein deutlicher Rückgang der Fahrgastzahlen kombiniert mit gekürzten Zuschüssen und ungünstigen Wetterbedingungen hat den Betrieb der historischen Bahnen stark belastet.
Fahrgastzahlen gehen deutlich zurück
Insgesamt nutzten im Jahr 2025 nur noch etwa 275.000 Menschen die beiden Schmalspurbahnen in der Region Dresden. Dies entspricht einem Rückgang von rund neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mirko Froß, Eisenbahnbetriebsleiter der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft (SDG), zeigte sich dennoch verhalten optimistisch: „Angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen können wir mit diesem Ergebnis zufrieden sein.“
Die beiden betroffenen Bahnstrecken verzeichneten unterschiedlich starke Einbußen:
- Die Lößnitzgrundbahn zwischen Radebeul-Ost und Radeburg zählte nur noch etwa 157.000 Fahrgäste, was einem Minus von 13 Prozent entspricht.
- Die Weißeritztalbahn, Deutschlands dienstälteste Schmalspurbahn zwischen Freital-Hainsberg und dem Kurort Kipsdorf, verzeichnete 118.000 Fahrgäste – ein Rückgang um acht Prozent.
Wetter und Finanzen als Hauptprobleme
Zwei Hauptfaktoren haben laut Froß zu den rückläufigen Zahlen beigetragen. Zum einen das außergewöhnlich schlechte Wetter während der wichtigsten Reisezeiten: „Wir hatten einen sehr verregneten ersten Sommerferienteil und, was noch schlimmer war, sehr verregnete Oktoberferien.“ Gerade zu diesen Zeitpunkten seien die Schmalspurbahnen traditionell als beliebte Ausflugsziele für Familien besonders gefragt.
Zum anderen belasten finanzielle Einschnitte den Betrieb erheblich. Wegen fehlender Fördergelder aus dem sächsischen Haushalt musste die SDG zu drastischen Sparmaßnahmen greifen:
- Im Jahr 2025 waren Einsparungen in Höhe von 800.000 Euro notwendig.
- Für das laufende Jahr 2026 müssen sogar 900.000 Euro eingespart werden.
Die seit Januar um fünf Prozent erhöhten Fahrpreise können dieses Defizit bei weitem nicht ausgleichen. „Damit erwirtschaften wir nie und nimmer das Minus, was uns fehlt“, betonte Froß die prekäre finanzielle Situation.
Folgen für Wartung und Betrieb
Die finanziellen Engpässe haben bereits konkrete Auswirkungen auf den Betrieb. Die Instandhaltung der Fahrzeuge und Strecken wurde deutlich zurückgefahren, was langfristig zu weiteren Problemen führen könnte. „In Zukunft haben wir daher weniger Fahrzeuge zur Verfügung“, erklärte Froß die Konsequenzen der Sparpolitik.
Um den Betrieb der historischen Bahnen langfristig aufrechterhalten zu können, ist die SDG dringend auf ausreichende Mittel in den kommenden Haushalten für 2027 und 2028 angewiesen. Froß appelliert an die politischen Entscheidungsträger: „Wir hoffen, dass die Schmalspurbahnen in den Haushaltsverhandlungen als wertvolles Kulturgut angemessen berücksichtigt werden.“
Aktuelle Situation und Ausblick
Auf beiden Bahnstrecken finden derzeit noch bis zum 27. März umfangreiche Wartungsarbeiten statt. Pünktlich zum Beginn der Ferien soll der reguläre Betrieb am letzten Märzwochenende wieder aufgenommen werden.
Trotz der aktuellen Schwierigkeiten plant die SDG für das Jahr 2026 ein umfangreiches Programm:
- Mehr als 130 Veranstaltungen und Themenfahrten sind auf beiden Linien geplant.
- Am 6. April startet der beliebte „Osterhasenexpress“ zur traditionellen Eiersuche.
- Ein besonderes Highlight wird das Schmalspurbahn-Festival am 19. und 20. September sein.
- In der Vorweihnachtszeit lockt die festliche „Bimmelbahn Lichterglanz“ am 28. und 29. November.
Die SDG hofft, mit diesem attraktiven Programm die Fahrgastzahlen wieder steigern zu können und gleichzeitig die politische Unterstützung für den Erhalt dieser historischen Verkehrsmittel zu verstärken.



