Thüringer Landtag: AfD-Kandidat verfehlt Vizepräsidentenamt nur knapp
AfD-Kandidat scheitert knapp bei Vizepräsidentenwahl in Thüringen

Thüringer Landtag: AfD-Kandidat verfehlt Vizepräsidentenamt nur knapp

Im Thüringer Landtag in Erfurt ist ein neuer Versuch zur Besetzung der seit über einem Jahr vakanten Stelle eines Vizepräsidenten nur äußerst knapp gescheitert. Die AfD-Fraktion hatte ihren Abgeordneten Uwe Thrum für das Amt nominiert, doch die Abstimmung endete mit einem denkbar knappen Ergebnis.

Abstimmung mit minimalem Vorsprung gegen den Kandidaten

Der 51-jährige Uwe Thrum aus Ostthüringen erhielt bei der Wahl 41 Stimmen, während 42 Abgeordnete gegen ihn votierten und drei sich der Stimme enthielten. Damit verfehlte der AfD-Politiker das notwendige Quorum nur um eine einzige Stimme.

Besonders bemerkenswert: Thrum erhielt Stimmen auch aus anderen Fraktionen, obwohl die AfD selbst über 32 Sitze im Parlament verfügt und die größte Fraktion stellt. Vertreter der Linken und der SPD hatten den Kandidaten zuvor als nicht wählbar bezeichnet und ihm eine vermeintliche Nähe zur Reichsbürgerszene vorgeworfen.

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Monatelanges Tauziehen um Gremienbesetzungen

Die Besetzung des Vizepräsidentenamtes ist Teil eines monatelangen Tauziehens im Thüringer Landtag. Die AfD blockiert aus Sicht der anderen Fraktionen seit längerem die Besetzung zweier wichtiger Justizgremien, die für die Wahl von Richtern und Staatsanwälten zuständig sind. Als Gegenleistung für eine Zustimmung zu diesen Ausschüssen fordert die AfD die Besetzung des Vizepräsidentenpostens.

Die schwierigen Mehrheitsverhältnisse im Parlament erschweren die politische Arbeit erheblich:

  • Die Regierungskoalition aus CDU, BSW und SPD verfügt mit 44 Sitzen über keine eigene Mehrheit
  • Die Oppositionsfraktionen AfD und Linke kommen ebenfalls auf 44 Sitze
  • Keine der vier anderen Fraktionen ist bereit, mit der AfD zusammenzuarbeiten

Politische Blockade setzt sich fort

Die knappe Abstimmung zeigt die angespannte politische Lage in Thüringen. Trotz des knappen Ergebnisses bleibt die Situation unverändert: Die wichtige Position des Landtagsvizepräsidenten bleibt weiterhin unbesetzt, und auch die Justizgremien können nicht besetzt werden. Diese Blockade hat bereits zu erheblichen Verzögerungen in der parlamentarischen Arbeit geführt und beeinträchtigt die Funktionsfähigkeit des Landtages.

Die politischen Beobachter erwarten, dass sich das Patt in den kommenden Wochen und Monaten fortsetzen wird, solange keine der Fraktionen zu substantiellen Kompromissen bereit ist. Die schwierigen Mehrheitsverhältnisse erfordern eigentlich eine erhöhte Kooperationsbereitschaft aller demokratischen Kräfte, doch bisher scheinen die Fronten verhärtet zu bleiben.

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