Grippewelle in Thüringen ebbt ab - RS-Virus bleibt Herausforderung für Arztpraxen
Grippewelle in Thüringen ebbt ab - RS-Virus bleibt aktiv

Grippewelle in Thüringen klingt deutlich ab - RS-Virus bleibt Herausforderung

Die Grippesaison in Thüringen zeigt seit etwa Mitte Februar eine deutliche Entspannung. Wöchentlich werden nun sinkende Erkrankungszahlen gemeldet, was auf das Überschreiten des Höhepunkts der Grippewelle hindeutet. Allerdings sorgen andere Atemwegsviren weiterhin für gut gefüllte Wartezimmer in Arztpraxen, was die Belastung im Gesundheitswesen aufrechterhält.

Rückgang der Grippefälle setzt sich fort

In der letzten Februarwoche wurden in Thüringen lediglich 525 neue Grippefälle an die Gesundheitsbehörden gemeldet. Dieser anhaltende Rückgang der Erkrankungszahlen bestätigt den Trend der letzten Wochen. Seit Beginn der Grippesaison im Oktober sind insgesamt 11.583 Virusgrippefälle registriert worden. Damit zeichnet sich eine insgesamt weniger heftige Saisonbilanz ab als im Vorjahr 2024/25, als in Thüringen mehr als 18.600 Grippefälle gezählt wurden.

Die aktuelle Grippesaison verläuft jedoch keineswegs leicht. Mindestens 50 Menschen sind unmittelbar an einer Virusgrippe (Influenza) verstorben. Bei neun weiteren erfassten Todesfällen im Grippe-Kontext litten die Patienten parallel an einer anderen Erkrankung, die zum Tod führte. Alle Betroffenen waren zwischen 50 und über 80 Jahre alt. Rund 1.900 Menschen mussten mit Influenza stationär im Krankenhaus behandelt werden, was die Schwere der Erkrankung unterstreicht.

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Besonders Kinder von Grippe betroffen

Vor allem kleine Kinder bis zu vier Jahren sind im bisherigen Saisonverlauf an Grippe erkrankt. Auch Jungen und Mädchen im Alter zwischen fünf und neun Jahren waren relativ häufig betroffen. Bei den gemeldeten Zahlen ist von einer gewissen Dunkelziffer auszugehen, da Ärzte aufgrund der meist eindeutigen klinischen Symptome nicht immer eine für den direkten Nachweis von Grippeviren notwendige Labordiagnostik veranlassen.

RS-Virus sorgt weiter für volle Arztpraxen

Trotz des rückläufigen Trends bei den Grippezahlen sind die Wartezimmer von Arztpraxen derzeit immer noch gut mit Patienten gefüllt, die an Atemwegserkrankungen leiden. Dies liegt vor allem an RSV-Erkrankungen, also Atemwegsinfektionen durch das Respiratorische Synzytial-Virus. In der letzten Februarwoche wurden 301 RSV-Fälle gemeldet, im gesamten Saisonverlauf erkrankten 1.567 Menschen an diesem Virus.

Auch von RSV sind Kinder am häufigsten betroffen, doch auch Erwachsene können erkranken. An RSV verstarben zwei Menschen im Alter von 86 und 98 Jahren, was die Gefährlichkeit dieses Virus insbesondere für ältere Bevölkerungsgruppen verdeutlicht. Die anhaltende Präsenz von RSV zeigt, dass die Herausforderungen für das Gesundheitswesen in Thüringen trotz der Entspannung bei der Grippe weiterhin bestehen bleiben.

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