Thüringer Juden sehen im Iran-Konflikt Chance auf Frieden und warnen vor Anschlagsgefahr
Jüdische Gemeinde Thüringen: Hoffnung und Angst im Iran-Krieg

Thüringer Juden sehen im Iran-Konflikt Chance auf Frieden und warnen vor Anschlagsgefahr

Der Vorsitzende der jüdischen Landesgemeinde in Thüringen, Reinhard Schramm, äußert sich in einem aktuellen Interview zur komplexen Gemengelage des Krieges im Nahen Osten. Während die Angriffe auf den Iran bei vielen Juden in Thüringen zusätzliche Ängste schüren, verbindet Schramm mit diesem Konflikt auch eine konkrete Hoffnung auf einen länger währenden Frieden in der Region.

Hoffnung auf ein Ende des Mullah-Regimes

Reinhard Schramm sieht in der militärischen Auseinandersetzung eine historische Chance. „Das iranische System ist bereits stark geschwächt“, erklärt er gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Diese Schwächung helfe dem iranischen Volk, seinen Widerstand zu erhöhen und das Mullah-Regime letzten Endes zu beseitigen. Nach Jahrzehnten der Bedrohung des jüdischen Volkes durch die iranischen Machthaber könne dieser Konflikt zu einem Ende dieser Ära führen.

Schramm betont die reale Gefahr, die von einem nuklear bewaffneten Iran für Israel ausgegangen wäre. Die Drohungen der Vergangenheit, Israel auszulöschen, seien ernst zu nehmen. Ein demokratischer Wandel im Iran hingegen könnte im besten Fall zu echter Sicherheit für Israel und einem dauerhaften Frieden im Nahen Osten führen. Er zeigt sich verwundert darüber, dass in Europa vor allem die negativen Seiten des Krieges betont würden, obwohl alle Opfer der Bombardierungen zu betrauern seien.

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Forderung nach stärkerer Unterstützung und wachsende Ängste

Vor diesem Hintergrund fordert Schramm von der Bundesregierung eine noch deutlichere und stärkere Unterstützung für Israel und die USA. Zwar anerkennt er die klaren Positionierungen von Bundeskanzler Friedrich Merz und Außenminister Johann Wadephul. „Ich denke, man sollte mit schlechtem Gewissen jetzt mehr tun“, so Schramm. Weil Europa in der Vergangenheit zu wenig getan habe, um das iranische Atomprogramm zu stoppen, müsse die Unterstützung für die Militärschläge nun unmissverständlich ausgesprochen werden.

Dies gelte insbesondere für Deutschland, da mit diesen Militäraktionen auch die Sicherheit tausender jüdischer Familien mit deutschen Wurzeln verteidigt werde. Gleichzeitig birgt der Krieg für die Juden in Thüringen und Deutschland nach Schramms Einschätzung erhebliche Risiken. „Natürlich haben die Juden das Gefühl, dass die Gefahr wächst“, sagt er. Es bestehe die konkrete Befürchtung, dass der Iran mit Anschlägen in Deutschland auf den Krieg reagieren könnte. „Diese Gefahr spüren wir“, so der Vorsitzende.

Verstärkte Schutzmaßnahmen in Thüringen

Als Reaktion auf diese Bedrohungslage sei der Schutz jüdischer Einrichtungen in Thüringen durch die Polizei bereits verstärkt worden. Schramm hält diese Maßnahmen für absolut richtig und notwendig. Die jüdische Gemeinschaft in Thüringen bewegt sich somit in einem Spannungsfeld zwischen der Hoffnung auf einen historischen Wandel im Iran und der akuten Sorge um die eigene Sicherheit im Heimatland. Die kommenden Wochen und Monate werden zeigen, ob sich die Hoffnung auf einen dauerhaften Frieden erfüllt oder ob die befürchteten Gefahren Realität werden.

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