Rechtsrock-Konzerte in Südthüringen unter strenger Polizeiaufsicht
In einem bekannten Szenelokal der rechtsextremen Szene in Südthüringen fanden am vergangenen Wochenende umstrittene Konzerte statt. Die Veranstaltung unter der Leitung des bundesweit bekannten Neonazis Tommy Frenck wurde von intensiven polizeilichen Kontrollen begleitet. Der Rechtsextremist, der in Brattendorf im Landkreis Hildburghausen ein Gasthaus betreibt, hatte versucht, juristisch gegen die behördlichen Auflagen vorzugehen, scheiterte jedoch vor dem Verwaltungsgericht Meiningen.
Polizei überwacht Konzerttexte auf Volksverhetzung
Die Polizei führte bei den Konzerten der Schweizer Band »Amok« strenge Überwachungsmaßnahmen durch. Beamte waren anwesend, um die gesungenen Texte auf strafrechtlich relevante Inhalte wie Volksverhetzung zu prüfen. Laut Sicherheitskreisen und Polizeiangaben wurden die Besucher bei der Anreise intensiv kontrolliert. Etwa 40 Personen aus 23 verschiedenen Landkreisen waren vor Ort. Die Konzerte verliefen ohne größere Zwischenfälle, und die Auflagen wurden eingehalten.
Veranstalter Frenck: Bekannter Rechtsextremist mit politischer Vergangenheit
Tommy Frenck ist nicht nur als Veranstalter von Szenekonzerten in der rechten Szene bekannt, sondern kandidierte in der Vergangenheit auch mehrfach für politische Ämter. Bei Wahlen für das Landratsamt und das Bürgermeisteramt unterlag er jedoch stets spätestens in der Stichwahl. Seine Kandidaturen hatten bereits vor den Abstimmungen für erhebliche Unruhe gesorgt und die Sicherheitsbehörden alarmiert.
Innenminister Maier: „Rechtsstaatliche Mittel ausschöpfen“
Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) betonte, dass alle rechtsstaatlichen Mittel genutzt würden, um den Machenschaften der Rechtsextremisten Einhalt zu gebieten. „Die Taskforce des Innenministeriums hat zusammen mit der Gemeinde Auengrund die Auflagen für Rechtsrock-Veranstaltungen deutlich verschärft“, erklärte Maier. Mit Blick auf den Gerichtsbeschluss zeigte er sich zuversichtlich, dass diese Strategie die Rechtsrockszene in Südthüringen nachhaltig bekämpfen könne.
Linke fordert schärfere Maßnahmen
Die Linkenfraktion im thüringischen Landtag wies darauf hin, dass der Sänger der Band »Amok« zugleich Frontmann der Band »Erschießungskommando« ist. Diese Gruppe hatte in der Verganntenheit in ihren Liedtexten unter anderem zum Mord an der Landtagsabgeordneten Katharina König-Preuss (Linke) aufgerufen und Jüdinnen sowie Juden mit Folter und Mord bedroht. Die Linke forderte das Ausschöpfen aller rechtlichen Möglichkeiten, um solche Auftritte zu verhindern – von Betretungsverboten bis hin zu Einreiseverboten.
Das Innenministerium bestätigte, dass regelmäßige Konzerte in dem Südthüringer Ort grundsätzlich polizeilich begleitet werden. Die jüngsten Ereignisse unterstreichen die anhaltenden Bemühungen der Behörden, rechtsextreme Aktivitäten in der Region einzudämmen und die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten.



