Brand auf Runneburg: Defekte Stromleitung durch Nagetiere als Ursache identifiziert
Runneburg-Brand: Defekte Leitung durch Nagetiere als Ursache

Brand auf historischer Runneburg: Defekte Stromleitung als Auslöser ermittelt

Die aus dem 12. Jahrhundert stammende Runneburg im thüringischen Weißensee ist nur knapp einer schwerwiegenden Katastrophe entgangen. Bei einem Brand in der Nacht zu Donnerstag wurden Teile des wertvollen Kulturdenkmals beschädigt. Nun haben die Ermittlungen der Polizei die wahrscheinliche Ursache für das Feuer aufgedeckt.

Technischer Defekt durch Nagetiere als Brandursache

Laut Polizeiangaben ist der Brand sehr wahrscheinlich auf einen technischen Defekt an einer Stromleitung zurückzuführen. Die Brandausbruchsstelle konnte in einem früher als Küche genutzten Gebäude zwischen Palasturm und Wagenhaus lokalisiert werden. Vermutlich wurde die Leitung zuvor durch Nagetiere beschädigt, was zu einem gefährlichen Schwelbrand führte.

Nach aktuellen Erkenntnissen entwickelte sich über mehrere Tage ein Schwelbrand im alten Gebälk einer Zwischendecke, bevor das Feuer schließlich auf das gesamte Gebäude übergriff. Die Ermittlungen ergaben keine Hinweise auf Brandstiftung, sodass ein natürlicher Defekt als Ursache bestätigt wird.

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Zerstörung des historischen Küchenhauses

Das erstmals im 15. Jahrhundert erwähnte Küchenhaus wurde bei dem Brand in der Nacht zum Donnerstag vollständig zerstört. Nur die Umfassungsmauern blieben stehen, während die darin vorhandene Holzkonstruktion komplett vernichtet wurde. Die Feuerwehren konnten jedoch ein Übergreifen der Flammen auf den benachbarten Palasturm verhindern, was eine noch größere Katastrophe abwendete.

Die für das Kulturdenkmal verantwortliche Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten hat zu Spenden für die Notsicherung des Turms aufgerufen. Die konkrete Schadenshöhe kann bislang nicht beziffert werden, da die Bewertung der Schäden noch im Gange ist.

Runneburg als bedeutendes Kulturdenkmal

Die Runneburg aus dem 12. Jahrhundert gilt als eines der bedeutendsten Zeugnisse romanischer Baukunst in Deutschland. Laut Stiftung ist in kaum einer anderen Anlage so viel originale Bausubstanz des Hochmittelalters erhalten. Sie wird auch als „kleine Schwester“ der Wartburg bezeichnet und stellt ein unschätzbares kulturelles Erbe dar.

Der Brand unterstreicht die Verletzlichkeit solcher historischen Bauwerke und die Notwendigkeit kontinuierlicher Wartungs- und Sicherungsmaßnahmen. Die Ermittlungsergebnisse dienen nun als Grundlage für zukünftige Präventionsstrategien, um ähnliche Vorfälle zu vermeiden.

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