Schloss Reinhardsbrunn: Millioneninvestitionen und aktive Suche nach Investoren
Für weitere Sicherungs- und Sanierungsarbeiten am historischen Schloss Reinhardsbrunn stellt das Land Thüringen in diesem und im kommenden Jahr mehr als 4,7 Millionen Euro bereit. Dies teilte das Infrastrukturministerium mit. Bislang hat der Freistaat bereits fast neun Millionen Euro in den Erhalt des stark sanierungsbedürftigen Denkmals investiert, doch die entscheidende Frage nach der zukünftigen Nutzung bleibt offen.
Ungewisse Zukunft und Ideenwettbewerb
Die weitere Zukunft des enteigneten Schlosses Reinhardsbrunn ist nach wie vor ungewiss. Eine endgültige Entscheidung über die künftige Nutzung der Immobilie steht weiterhin aus. Ab diesem Jahr soll die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) im Auftrag des Freistaats aktiv auf potenzielle Investoren und Betreiber zugehen. Infrastrukturminister Steffen Schütz (BSW) betonte: „Vom Fürstensitz zum Bürgerschloss – das ist die Richtung, die wir für Schloss Reinhardsbrunn einschlagen.“
In einem öffentlichen Ideenwettbewerb waren 55 Arbeiten für die zukünftige Nutzung eingereicht worden. Vorgeschlagen wurden unter anderem:
- Ein Hotelbetrieb
- Eine Fortbildungsstätte
- Ein Gästehaus
- Gastronomie
- Ein Ort für Veranstaltungen
Die im vergangenen Jahr eröffnete Schlosskapelle dient als Muster für die künftige Nutzung des gesamten Areals. Die sanierte Kapelle steht bereits seit September der Allgemeinheit für Konzerte, Gottesdienste und Trauungen zur Verfügung.
Bisherige Maßnahmen und Investitionen
Das Land Thüringen schloss 2025 mit der Stadt Friedrichroda einen Vertrag zur Nutzung von Kapelle und Park. Seither ist der Park tagsüber frei zugänglich, und die Kapelle kann zu regelmäßigen Zeiten besichtigt werden. Das Schloss mit dem Park im Landkreis Gotha gehört nach der Enteignung des vorherigen Besitzers seit 2021 dem Land.
Für weitere Sicherungs- und Sanierungsarbeiten stehen in diesem Jahr rund 1,8 Millionen Euro und im nächsten Jahr mehr als 2,9 Millionen Euro vom Land bereit. Ein Schwerpunkt liegt auf der Wiederherstellung des denkmalgeschützten Schlossparks. Dazu werden unter anderem:
- Pflegearbeiten zur Gestaltung des englischen Landschaftsparks fortgesetzt
- Verlorene Bäume an ihren historischen Standorten nachgepflanzt
- Wildwuchs aus den vergangenen Jahrzehnten entfernt, um historische Sichtachsen freizuschneiden
Bereits jetzt sind wichtige Parkräume und raumbildende Elemente wieder erlebbar gemacht worden.
Historische Spuren und Sicherungsarbeiten
Zusätzlich wurden der Wasserfall und die Bootsanlegestelle am Mühlteich sowie Reste des ehemaligen Badehauses im Mühlgraben freigelegt und dokumentiert. Der sogenannte Mönchstisch, ein steinerner Tisch aus der Klosterzeit, wurde restauriert und an seinem Originalplatz östlich der Kapelle wieder aufgestellt.
An allen Gebäuden der Schlossanlage erfolgen kontinuierlich Sicherungsarbeiten, überwiegend an den Dächern. Im Schloss selbst wurden die originalen Architekturfassungen freigelegt und restauratorisch gesichert. Dabei wurden im Hohen Haus unter vielen Farbschichten große Flächen aus Stuckmarmor sowie gut erhaltene Wandmalereien entdeckt.
Das in seiner heutigen Form zwischen 1827 und 1835 erbaute Schloss umfasst neun Gebäude und einen 15 Hektar großen inneren Park. Es wurde auf der Ruine des Hausklosters der Thüringer Landgrafen errichtet und steht als bedeutendes Denkmal im Fokus der Sanierungsbemühungen.



