Thüringen vertieft Wirtschaftskooperation mit polnischer Region Kleinpolen
Thüringen setzt verstärkt auf engere Wirtschaftsbeziehungen mit der polnischen Woiwodschaft Kleinpolen (Małopolska). Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) kündigte in einem Interview mit der „Thüringer Allgemeinen“ konkrete Maßnahmen an, um die bereits bestehenden Handelsverbindungen auszubauen und zu intensivieren.
Schwerpunkt auf Photonik, Optik und Digitalwirtschaft
„Unser strategischer Schwerpunkt wird darauf liegen, die starken Kompetenzen Thüringens in den Bereichen Photonik und Optik mit der dynamischen Digitalwirtschaft in Krakau zu vernetzen“, erklärte Voigt. Diese gezielte Verknüpfung von Schlüsseltechnologien soll sowohl für thüringische als auch für kleinpolnische Unternehmen neue Geschäftsfelder und Innovationsimpulse eröffnen.
Darüber hinaus beabsichtigt die Landesregierung, die Zusammenarbeit in den Bereichen Automotive und Wissenschaft deutlich zu vertiefen. „Wir planen, wesentlich konkreter und enger zusammenzuarbeiten als in der Vergangenheit“, betonte der Ministerpräsident. Dies umfasst unter anderem den Ausbau bilateraler Partnerschaften mit renommierten Thüringer Hochschulen wie der Technischen Universität Ilmenau oder der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
Polen als zentraler Exportmarkt für Thüringen
Die Bedeutung Polens für die thüringische Wirtschaft unterstrich Voigt mit einem klaren Statement: „Polen ist für Thüringen nach den Vereinigten Staaten von Amerika der zweitwichtigste Exportmarkt.“ Diese enge wirtschaftliche Verflechtung soll nun durch strukturierte Kooperationsformate weiter gestärkt werden.
Ein erster konkreter Schritt ist bereits geplant: Im November dieses Jahres wird eine offizielle Delegation aus Thüringen die wichtigste Wirtschaftskonferenz in der Woiwodschaft Kleinpolen besuchen. Dieses Treffen soll den direkten Austausch zwischen Unternehmen, Forschungseinrichtungen und politischen Entscheidungsträgern fördern.
Internationale Wirtschaftsdiplomatie: Blick nach Indien
Parallel zur Vertiefung der europäischen Partnerschaften bereitet sich Ministerpräsident Voigt auf weitere internationale Wirtschaftsmissionen vor. In Kürze wird er mit einer Delegation nach Indien reisen, um dort neue Kooperationsmöglichkeiten auszuloten. Der Besuch im bevölkerungsreichsten Land der Welt ist für den Zeitraum vom 30. Mai bis zum 6. Juni vorgesehen.
Diese Reise unterstreicht die strategische Ausrichtung der thüringischen Wirtschaftspolitik, die neben der Festigung bestehender Beziehungen innerhalb Europas auch gezielt neue Märkte und Partner in aufstrebenden Wirtschaftsregionen erschließen will. Die Kombination aus regionaler Vertiefung und globaler Erweiterung der Wirtschaftsbeziehungen bildet das Fundament für eine zukunftssichere ökonomische Entwicklung Thüringens.



