Thüringens Exporte schrumpfen: USA als wichtigster Markt mit deutlichen Einbußen
Thüringen: Exportrückgang trotz Bundestrend

Thüringens Exportmotor stottert: USA als wichtigster Markt mit spürbaren Verlusten

Der Export galt lange als verlässlicher Konjunkturmotor für die Thüringer Industrie. Im vergangenen Jahr geriet dieser Antrieb jedoch ins Stocken und entwickelte sich entgegen dem positiven Bundestrend. Die Ausfuhren ins Ausland sanken um 1,1 Prozent auf 18,2 Milliarden Euro, wie das Statistische Landesamt in Erfurt mitteilte. Bundesweit stiegen die Exporte trotz eines schwierigen internationalen Umfelds, geprägt von neuen US-Zöllen und globalen Konflikten, um 1,0 Prozent.

USA als Schlüsselmärkte mit deutlichen Einbußen

Besonders problematisch gestalteten sich die Lieferungen in die Vereinigten Staaten, die nach wie vor Thüringens wichtigster Abnehmer von Industriegütern sind. Die Ausfuhren in die USA machten 11,4 Prozent der gesamten Thüringer Exporte aus. Im Vergleich zum Vorjahr 2024 sanken sie jedoch um 134,9 Millionen Euro oder 6,1 Prozent. Viele Unternehmen berichteten von erheblichen Unsicherheiten bezüglich des künftigen Exportgeschäfts, vor allem angesichts der volatilen Veränderungen bei den US-Zöllen.

Importe steigen, während Exporte schrumpfen

Während Thüringens Exporte rückläufig waren, verzeichneten die Importe einen Anstieg um 2,0 Prozent auf 17,9 Milliarden Euro. Der Freistaat bezog mehr Waren als im Vorjahr aus Großbritannien – ein Plus von 17,6 Prozent, wobei unter anderem Flugzeugtriebwerke eine Rolle spielten. In Arnstadt befindet sich ein bedeutendes Wartungswerk für Flugzeugturbinen. Zudem gab es erhöhte Importe aus Vietnam. Aus China, einem wichtigen Handelspartner für Thüringen, gingen die Einfuhren hingegen um 3,2 Prozent zurück, unter anderem aufgrund geringerer Importe von Lithium-Ionen-Akkus.

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Iran als unbedeutender Markt für Thüringen

Der Iran, der aufgrund aktueller Konflikte häufig im Fokus steht, spielt für die Thüringer Industrie keine nennenswerte Rolle. Im Jahr 2025 gingen Waren im Wert von lediglich 24,3 Millionen Euro in die Islamische Republik Iran, was 0,1 Prozent des gesamten Exportvolumens ausmacht. Den mit Abstand größten Anteil daran hatten Flüssigkeitspumpen. Die Importe aus dem Iran lagen unter einer Million Euro, wobei unter anderem Safran bezogen wurde.

Insgesamt zeigt die Entwicklung, dass Thüringens Außenhandel im vergangenen Jahr vor besonderen Herausforderungen stand, insbesondere durch die Schwäche des US-Markts und globale Handelsunsicherheiten.

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