Debakel im Thüringer Landtag: Keine Einigung zur Senkung der Spritpreise trotz dringendem Handlungsbedarf
Thüringer Landtag scheitert bei Abstimmung zu Spritpreisen

Debakel im Thüringer Landtag: Keine Einigung zur Senkung der Spritpreise

Im Thüringer Landtag hat sich ein politisches Debakel ereignet, als eine Abstimmung über Maßnahmen zur Senkung der enorm gestiegenen Spritpreise scheiterte. Obwohl alle Fraktionen grundsätzlich darin übereinstimmen, dass die Kraftstoffpreise gesenkt werden müssen, konnten sich Regierungskoalition und Opposition nicht auf konkrete Schritte einigen. Dies führte zu einer Pattsituation, die die dringend benötigte Entlastung der Bürger verzögert.

Gescheiterte Abstimmung und kontroverse Anträge

Die Regierungskoalition aus CDU, BSW und SPD verlor eine Abstimmung im Landtag, die sich mit Schritten zur Senkung der Spritpreise befasste. Dem Parlament lagen dabei teils konträre Anträge vor: Ein Antrag stammte von der oppositionellen AfD-Fraktion, ein anderer von der Regierungskoalition. Beide Anträge behandelten Themen wie die Zukunft der CO2-Abgabe und die Zahlung eines Klimagelds an die Bürger. Der AfD-Antrag wurde von allen anderen Fraktionen abgelehnt, während gegen den Koalitionsantrag AfD und Linke gemeinsam stimmten.

Damit gab das Thüringer Parlament in einer von der AfD beantragten Sondersitzung kein Votum ab, wie die stark gestiegenen Kraftstoffpreise gesenkt werden sollen. Die Bitte von Umweltminister Tilo Kummer (BSW), dass der Landtag ihm ein starkes Votum für die Sonderkonferenz der Energieminister an diesem Freitag gibt, blieb unerfüllt.

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Enttäuschung und politische Positionen

Umweltminister Tilo Kummer, der sich unter anderem für die lange versprochene Zahlung eines Klimagelds beim Bund einsetzt, äußerte sich enttäuscht über das Ergebnis. Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) hatte sich bereits am Dienstag für ein Aussetzen der CO2-Steuer ausgesprochen, um die Bürger beim Tanken zu entlasten. Er will sich dafür bei der Ministerpräsidentenkonferenz Ost an diesem Donnerstag einsetzen.

Für den Antrag von CDU, BSW und Linke stimmten 39 Abgeordnete, dagegen 43. Die Regierungskoalition forderte in ihrem Antrag, dass sich die Landesregierung beim Bund für eine zeitlich befristete Aussetzung der CO2-Bepreisung, die Zahlung eines Klimagelds und eine Übergewinnabschöpfung für Mineralölkonzerne einsetzt. Zudem verlangte sie, den öffentlichen Nahverkehr in Thüringens ländlichen Regionen auszubauen. CDU-Fraktionschef Andreas Bühl betonte, dass die Koalition die Sorgen der Menschen um Arbeitsplätze und ihr Haushaltsbudget ernst nehme.

Oppositionsforderungen und Kompromisssuche

AfD-Fraktionschef Björn Höcke plädierte für eine weitreichende Senkung der Steuern und Abgaben für Kraftstoffe und bezeichnete den Staat als größten Preistreiber. Die AfD sprach sich für die Abschaffung der CO2-Bepreisung aus und forderte, die Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe zumindest zeitweise von 19 auf 7 Prozent zu verringern. Höcke betonte, dass eine grundsätzliche Kursänderung nötig sei.

Der Linke-Abgeordnete Andreas Schubert warf der Koalition vor, dass ihre Vorschläge nicht weit genug gingen. Die Linke verlangte unter anderem einen Preisdeckel für Kraftstoffe und Waren des täglichen Bedarfs sowie eine Übergewinnsteuer nicht nur für Mineralölkonzerne, sondern auch für Rüstungs- und Lebensmittelkonzerne. Schubert forderte die Koalition auf, in der regulären Landtagssitzung einen Kompromiss mit der Linken und einem von ihr vorgelegten Antrag zu suchen.

Insgesamt zeigt das Debakel im Thüringer Landtag, wie tief die politischen Gräben in der Frage der Spritpreissenkung sind. Während die Dringlichkeit zur Entlastung der Bürger allgemein anerkannt wird, bleiben die Wege dorthin umstritten, was zu weiteren Verzögerungen führen könnte.

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