Debatte um Gedenktag: Tischner begrüßt geplanten Auftritt Weimers in Buchenwald
Ein geplanter Auftritt des Kulturstaatsministers Wolfram Weimer beim Gedenken zum Jahrestag der Befreiung des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald hat eine kontroverse Debatte ausgelöst. Thüringens Kulturminister Christian Tischner von der CDU hat sich nun deutlich hinter Weimer gestellt und dessen Teilnahme verteidigt.
Weimer erhält breite Rückendeckung
In einem offenen Brief hatten zwei Buchenwald-Verbände, die Zusammenschlüsse von Angehörigen ehemaliger politischer Häftlinge des Lagers repräsentieren, Weimer aufgefordert, auf einen öffentlichen Auftritt beim Gedenktag am 12. April zu verzichten. Tischner reagierte darauf mit einer klaren Stellungnahme, in der er die Bedeutung von Weimers Anwesenheit betonte.
„Dass der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien am 12. April in Buchenwald spricht, ist ein starkes und notwendiges Signal für die Kontinuität unserer nationalen Verantwortung“, erklärte Tischner. Er fügte hinzu, dass dies gerade in einer Zeit, in der Erinnerungskultur und das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus von verschiedenen Seiten unter Druck geraten, von besonderer Wichtigkeit sei.
Unterstützung von weiteren Seiten
Neben Tischner erhielt Weimer auch Rückendeckung vom Zentralrat der Juden und dem israelischen Botschafter Ron Prosor, die sich ausdrücklich hinter den Kulturstaatsminister stellten. Der Leiter der Gedenkstätte Buchenwald, Jens-Christian Wagner, begrüßte ebenfalls Weimers Teilnahme an der geplanten Gedenkveranstaltung.
Tischner betonte in seiner Erklärung weiter, dass Weimers Einsatz für den Erhalt und die Weiterentwicklung der deutschen Gedenkstättenlandschaft ein zentraler Pfeiler im Kampf gegen Antisemitismus und Geschichtsrevisionismus sei. „Der Schulterschluss zwischen Bund, Land und Zivilgesellschaft am Ort des Geschehens ist das wichtigste Zeichen gegen aktuelle Radikalisierungstendenzen“, so der Thüringer Kulturminister.
Das Gedenken an die Befreiung von Buchenwald lebe davon, dass sich die demokratische Gesellschaft zu ihrer Verantwortung bekenne, unterstrich Tischner abschließend. Die Debatte zeigt, wie emotional und politisch aufgeladen das Thema Erinnerungskultur in Deutschland bleibt.



