Thüringen verzeichnet weniger Berufspendler - Fachkräftepotenzial bleibt hoch
Weniger Pendler von und nach Thüringen

Leichter Rückgang bei Berufspendlern in Thüringen

Die Zahl der Berufspendler, die täglich von und nach Thüringen unterwegs sind, hat sich leicht verringert. Nach aktuellen Analysen der Bundesagentur für Arbeit arbeiteten im Juni 2025 insgesamt 125.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte mit Wohnsitz in Thüringen in einem anderen Bundesland. Dies entspricht einem Rückgang von etwa 1.100 Personen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Auspendler in Nachbarbundesländer

Die Auswertung, die sowohl den Hauptwohnsitz der Beschäftigten als auch den Betriebssitz der Arbeitgeber berücksichtigt, zeigt ein klares Bild: Etwa jeder siebte berufstätige Thüringer pendelte im genannten Zeitraum zur Arbeit in ein anderes Bundesland aus. Die meisten dieser Auspendler zog es in direkte Nachbarregionen:

  • Bayern mit 32.100 Pendlern
  • Sachsen mit 21.600 Pendlern
  • Sachsen-Anhalt mit 9.600 Pendlern

Fachkräfte dominieren Pendlerströme

Unter den Auspendlern befanden sich besonders viele Fachkräfte – insgesamt 69.400 Personen. Die berufliche Verteilung zeigt interessante Schwerpunkte:

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  • 26.000 Personen im verarbeitenden Gewerbe
  • 16.000 Personen im Handel sowie in der Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen
  • 12.100 Personen im Gesundheits- und Sozialwesen
  • 11.400 Personen im Baugewerbe

Experte sieht Potenzial für Thüringen

Markus Behrens, Vorsitzender der Geschäftsführung der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen, betont die Bedeutung dieser Pendler für das Bundesland: „Diese Pendler sind ein wichtiges Fachkräftepotenzial für Thüringen.“ Seine Einschätzung geht weiter: „Wenn Infrastruktur, Arbeitsbedingungen und Bezahlung stimmen, werden Arbeitsplätze in der Heimat für viele Menschen wieder attraktiver.“

Rückgang auch bei Einpendlern

Parallel zum Rückgang der Auspendler ist auch die Zahl der Einpendler leicht gesunken. Rund 73.800 Menschen kamen im Juni 2025 regelmäßig aus anderen Bundesländern zum Arbeiten nach Thüringen – im Vorjahr waren es noch 74.100 gewesen. Auch diese Einpendler stammten überwiegend aus unmittelbaren Nachbarbundesländern:

  • Sachsen: 18.300 Einpendler
  • Sachsen-Anhalt: 14.800 Einpendler
  • Bayern: 10.100 Einpendler
  • Hessen: 7.600 Einpendler

Arbeitsmarktentwicklung als Ursache

Markus Behrens erklärt den leichten Rückgang bei beiden Pendler-Gruppen mit der allgemeinen Arbeitsmarktentwicklung: „Dass sowohl Ein- als auch Auspendler leicht zurückgegangen sind, hängt auch mit der schwächeren Beschäftigungsentwicklung zusammen.“ Wenn insgesamt weniger neue Arbeitsplätze entstünden, bewegten sich auch weniger Menschen zwischen den Bundesländern.

Die aktuelle Entwicklung zeigt somit eine komplexe Wechselwirkung zwischen regionaler Arbeitsmarktdynamik und Pendlerverhalten. Trotz des leichten Rückgangs bleibt das Fachkräftepotenzial der Pendler für Thüringen bedeutsam – insbesondere wenn es gelingt, attraktive Arbeitsbedingungen vor Ort zu schaffen.

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