Der Torwart von Curaçao, Eloy Room, hat beim 0:0 gegen Ecuador eine historische Leistung gezeigt. Er parierte 15 Schüsse und stellte damit einen neuen WM-Rekord für Spiele über 90 Minuten auf. Im Überschwang der Gefühle küsste er sogar die niederländische Königin Máxima, die mit König Willem-Alexander in der Kabine feierte. „Máxima hat mich geküsst“, sagte Room zunächst, wurde aber von Trainer Dick Advocaat korrigiert: „Nein, du hast sie geküsst.“ Room entgegnete lachend: „Hoffentlich ist meine Frau nicht hier.“
Erster WM-Punkt für Curaçao
Die Karibik-Kicker feierten ihren ersten WM-Punkt der Geschichte ausgelassen mit den Fans im Stadion und später in der Kabine mit dem niederländischen Königspaar. König Willem-Alexander und Königin Máxima hatten zuvor das 5:1 des Oranje-Teams gegen Schweden in Houston gesehen und waren dann nach Kansas City geflogen. Als König der Niederlande ist Willem-Alexander auch Staatsoberhaupt von Curaçao. „Wir haben in der Kabine getanzt, es war einfach wunderbar“, sagte Room. Trainer Advocaat, mit 78 Jahren der älteste Coach der WM, zeigte sich gerührt: „Zu sehen, wie sie in unsere Kabine gepasst haben, das war unglaublich. Sie haben gelächelt und getanzt. Es war einfach wunderbar.“
Room stellt Rekord auf
Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten stand Room. Was die Ecuadorianer auch versuchten, am 37 Jahre alten Torwart vom US-Zweitligisten Miami FC gab es kein Vorbeikommen. „Ich denke, das war das beste Spiel meiner Karriere“, sagte Room. Mit 15 Paraden stellte er einen neuen WM-Rekord für Spiele über 90 Minuten auf. Die WM-Bestmarke insgesamt hält der frühere US-Torwart Tim Howard, der bei der WM 2014 beim 1:2 nach Verlängerung 16 Bälle parierte. „Ich denke, er hat zu Hause auf der Couch gesessen und geschwitzt, als er meine Paraden gesehen hat“, sagte Room mit Blick auf Howard.
Perfektes Spiel für den Torwart
Bereits in der dritten Minute brachte Room Ecuadors Torjäger Enner Valencia mit einer ersten Parade zur Verzweiflung. „Der erste gehaltene Ball hat mir und dem Team Selbstvertrauen gegeben“, sagte Room, der sich von Minute zu Minute steigerte und am Ende schier unüberwindbar war. „Für mich als Torwart war es fast das perfekte Spiel. Ich denke, ich verdiene jetzt eine Statue in Curaçao.“ Auf der kleinen Karibik-Insel mit nur etwas mehr als 150.000 Einwohnern feierten die Menschen ausgelassen auf den Straßen. Rooms Instagram-Followerzahl explodierte: Während des Spiels waren es knapp über 90.000, um Mitternacht Ortszeit bereits 746.000.
Bewusste Entscheidung für Curaçao
Room hatte sich vor elf Jahren entschieden, statt für die Niederlande für Curaçao zu spielen. „Viele haben mich damals für verrückt erklärt, aber jetzt stehe ich hier“, sagte der Torwart. Schon nach dem 1:7 im ersten Spiel gegen Deutschland hatte sich ein Traum von Room erfüllt, als er sich das Trikot von Manuel Neuer sicherte. In der Vergangenheit hatte er schon einmal das Shirt mit Lionel Messi getauscht. „Jetzt habe ich das Messi-Trikot und das Neuer-Trikot. Mehr kann ich nicht erreichen“, sagte die neue Torwart-Ikone.
Chance auf K.o.-Runde
Vielleicht geht aber sogar noch mehr für Room und The Blue Wave, wie der WM-Neuling wegen seiner blauen Trikots genannt wird. Mit einem Sieg im letzten Gruppenspiel gegen die Elfenbeinküste könnte sogar noch der Sprung in die K.o.-Runde gelingen. Spätestens dann würden sie Room und seinen Teamkollegen ein Denkmal setzen.



