Nachtleuchtende Wolken: Spektakuläres Himmelsphänomen zur Sommersonnenwende
Nachtleuchtende Wolken: Spektakuläres Himmelsphänomen

Rund um die Sommersonnenwende am 21. Juni 2026 haben Sternengucker in Deutschland besonders gute Chancen, ein faszinierendes Himmelsphänomen zu beobachten: nachtleuchtende Wolken. Diese silbrig-blauen Schleier am nächtlichen Horizont wirken fast außerirdisch – und das sind sie in gewisser Weise auch, denn sie entstehen mit Hilfe von Staub aus dem Weltall.

Was sind nachtleuchtende Wolken?

Dr. Björn Voss vom Planetarium Hamburg erklärt: „Nachtleuchtende Wolken sind keine Erscheinung der Troposphäre bis etwa 12 Kilometer Höhe wie gewöhnliche Wolken. Sie bilden sich ab etwa 80 Kilometern über unseren Köpfen in der sogenannten Mesopause und bestehen aus Wassereis.“ Für die Bildung von Wolken braucht es Kondensationskeime. Bei normalen Wolken sind das Staub- oder Schmutzpartikel aus der unteren Atmosphäre. In 80 Kilometern Höhe gelangen solche Teilchen kaum noch hin. Dort können aber winzige Staubpartikel von Kometen und Asteroiden vorkommen. Voss weiter: „Nachtleuchtende Wolken entstehen dank außerirdischen Staubs. Mit etwas Fantasie betrachten wir also außerirdische Wolken.“

Ganz wörtlich sind die Wolken natürlich nicht außerirdisch. Das Wasser stammt aus der Erdatmosphäre. Der besondere Staub kann aber aus dem Weltall kommen.

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Wann ist die Sommersonnenwende 2026?

Die Sommersonnenwende fällt 2026 auf Sonntag, den 21. Juni. Um 10:24 Uhr MESZ erreicht die Sonne auf der Nordhalbkugel ihren höchsten Stand auf ihrer scheinbaren Jahresbahn. Damit beginnt der astronomische Sommer. Der meteorologische Sommer hat dagegen bereits am 1. Juni begonnen. Diese Einteilung nutzen Wetterdienste, um Jahreszeiten statistisch besser vergleichen zu können.

Was ist die Mitternachtsdämmerung?

Dr. Björn Voss erklärt das Phänomen der sogenannten Weißen Nächte: „Das hängt damit zusammen, dass die Sonne mindestens 18 Grad unter den Horizont sinken muss, damit es in der Nacht komplett dunkel wird. Steht sie höher, ist ihr Streulicht in der Atmosphäre sichtbar.“ Je weiter man im Norden ist, desto heller bleiben die Sommernächte. In Hamburg steht die Sonne in den Sommermonaten nachts nur etwa 12 bis 13 Grad unter dem Horizont. Dadurch geht die Abenddämmerung fast direkt in die Morgendämmerung über. Dieses Phänomen heißt Mitternachtsdämmerung. Voss weiter: „Wir erkennen den Sonnenstand dann an einem silbrig-blauen Streif am Himmel.“ Noch weiter nördlich, etwa im Raum Kiel, ist dieser helle Streif stärker zu sehen.

Wann kann man nachtleuchtende Wolken sehen?

Die besten Chancen gibt es in Deutschland von Anfang Juni bis Ende Juli. In manchen Jahren können Sichtungen auch bis Mitte August vorkommen. Wichtig ist der Sonnenstand: Nachtleuchtende Wolken sind nur sichtbar, wenn die Sonne etwa 6 bis 16 Grad unter dem Horizont steht. Deshalb lohnt sich der Blick besonders spät am Abend nach Sonnenuntergang oder früh am Morgen vor Sonnenaufgang. Am häufigsten erscheinen sie tief über dem Nordhorizont, oft im Bereich zwischen Nordwest und Nordost. Sie sehen faserig, wellenartig oder schleierförmig aus und leuchten silbrig-weiß bis bläulich.

Ein Foto von nachtleuchtenden Wolken in Bremerhaven zeigt das beeindruckende Schauspiel. Wer das Phänomen selbst erleben möchte, sollte in den kommenden Wochen bei klarem Himmel und Dunkelheit den Blick nach Norden richten.

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